Bundesrat
Berufliche Vorsorge: Mindestzinssatz bleibt bei einem Prozent

Der Bundesrat legt den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge auch für das nächste Jahr bei einem Prozent fest. Es sei weder eine Erhöhung noch eine Senkung angezeigt.

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Der Mindestzinssatz bleibt bei einem Prozent, der Bundesrat verzichtet auf eine Anpassung.

Der Mindestzinssatz bleibt bei einem Prozent, der Bundesrat verzichtet auf eine Anpassung.

Keystone

Der Mindestzinssatz besagt, zu wie viel Prozent das Vorsorgeguthaben der Versicherten mindestens verzinst werden muss. Nun hat der Bundesrat entschieden, diesen wie im Vorjahr bei einem Prozent zu belassen, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Entscheidend für die Höhe des Mindestzinssatzes seien die Entwicklung der Rendite der Bundesobligationen sowie der Aktien, Anleihen und Liegenschaften.

Aufgrund der insgesamt guten Entwicklung der Finanzmärkte sei eine Senkung des Mindestzinssatzes nicht gerechtfertigt. Die weiterhin tiefen Zinsen und die gedämpften Renditeerwartungen legten gegenwärtig aber auch keine Erhöhung des Satzes nahe. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände sahen das teilweise anders. So forderten erstere eine Erhöhung auf 1,25 Prozent, während der Arbeitgeberverband sich für eine Senkung auf 0,4 oder 0,5 Prozent aussprach. Auch der Versicherungsverband schreibt in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass er eine Reduktion «als angemessen erachtet» hätte. Dies hätte die Situation der BVG-minimalen und -nahen Vorsorgeeinrichtungen verbessert.

Kritik vom Gewerkschaftsbund

Der Schweizerische Pensionskassenverband (ASIP) unterstützt derweil den Bundesratsentscheid. Der Bundesrat berücksichtige damit auch die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen, die Teuerung und das Lohnwachstum. Der Verband weist zudem darauf hin, dass die verantwortlichen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in den Führungsorganen der Pensionskassen auch eine höhere Verzinsung beschliessen könnten. Eine Umfrage habe gezeigt, dass 70 Prozent der Pensionskassen mehr als das gesetzliche Minimum verzinsen.

Auf Kritik stösst der Entscheid beim Gewerkschaftsbund Travail Suisse: Die gute Performance an den Finanzmärkten müsse sich endlich auch bei der minimal garantierten Verzinsung in der beruflichen Vorsorge niederschlagen, heisst es in einer Mitteilung. Der Entscheid des Bundesrats sei unverständlich. (agl/abi)

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