Bevölkerung
Immer mehr fühlen sich als Opfer von Diskriminierung und Gewalt

Fast ein Drittel der Bevölkerung in der Schweiz gibt im Jahr 2020 an, Diskriminierung oder Gewalt erlebt zu haben. Grund dafür ist meistens ihre Nationalität.

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Schlechte Wahrnehmung: Die Bevölkerung fühlt sich vor allem von Musliminnen und Muslimen gestört.

Schlechte Wahrnehmung: Die Bevölkerung fühlt sich vor allem von Musliminnen und Muslimen gestört.

Keystone

(abi) Die Diskriminierungserfahrung in der Schweiz nimmt zu. Der Anteil in der Bevölkerung, die Diskriminierung und Gewalt erlebt hat, stieg zwischen 2016 und 2020 von 27 auf 32 Prozent an. Das teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag anlässlich der Präsentation der neusten Erhebung zum Zusammenleben in der Schweiz (ZidS) mit. Von den Opfern würden die meisten ihre Nationalität als Grund angeben. Am häufigsten kommen Diskriminierungen im Arbeitsumfeld vor, aber auch der öffentliche Raum wird von vielen Opfern erwähnt.

Auch stellt das BFS «erhöhte Spannungen gegenüber bestimmten Gruppen» fest. So erkläre ein Drittel der Bevölkerung in der Schweiz, dass sie sich durch «anders» empfundene Personen gestört fühlen. Dabei fällt vor allem die Wahrnehmung der Musliminnen und Muslime tendenziell weniger positiv aus als die Einstellung gegenüber anderen Gruppen. Auch Fahrende werden eher als negativ wahrgenommen. Wirklich bedroht fühlt sich aber nur ein kleiner Teil der Bevölkerung: 4 Prozent geben an, sich von Schweizern bedroht zu fühlen, 9 Prozent von ausländischen Staatsangehörigen.

Bevölkerung ist grundsätzlich offen

Allgemein zeigte sich die Wohnbevölkerung in der Schweiz im Jahr 2020 jedoch offen, wie es weiter heisst. Eine Mehrheit sei sich bewusst, dass Rassismus ein gesellschaftliches Problem ist, das bekämpft werden müsse. Zudem sind 64 Prozent der Bevölkerung der Ansicht, dass die Integration von Migrantinnen und Migranten gut funktioniert.

Gemäss BFS ist die Bevölkerung ausserdem tendenziell dafür, den im Land lebenden ausländischen Staatsangehörigen mehr Rechte zu gewähren. Sie denken dabei vor allem an den Familiennachzug. Mehr als zwei Drittel sind auch der Meinung, dass Ausländerinnen und Ausländer für eine gut funktionierende Schweizer Wirtschaft notwendig sind.

Das BFS hat die Erhebung zum ZidS zum dritten Mal durchgeführt. Das Bundesamt will damit die Herausforderungen aufzeigen, die sich für das Zusammenleben von verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Schweiz stellen. Die Erhebung liefert Erkenntnisse zur gesellschaftlichen Entwicklung in Bezug auf Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung.

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