Frankreich-Wahl
Rechtsradikale Le Pen fällt bei «Schweizer» Franzosen deutlich durch – sie wählten Emmanuel Macron

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die erste Wahlrunde für sich entschieden. Herausforderin Marine Le Pen ist im auf den Fersen – allerdings nicht, wenn es nach den in den Schweiz lebenden Franzosen geht.

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Der französische Präsident Emmanuel Macron geniesst bei den Schweizerinnen und Liechtensteinern grosses Vertrauen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron geniesst bei den Schweizerinnen und Liechtensteinern grosses Vertrauen.

Keystone

Frankreich blickt gespannt auf die präsidialen Stichwahlen vom 24. April: Zwar bleibt Amtsinhaber Emmanuel Macron Favorit, doch Herausforderin Marine Le Pen rückt ihm näher. Sie hat sogar bessere Chancen als bei ihrer ersten Niederlage von 2017 gegen Macron: Demnach könnte sie gemäss Umfragen auf bis zu 49 Prozent der Stimmen kommen. Und auf dem Papier kommen die populistischen Kandidaten sogar auf eine Mehrheit von rund 53 Prozent. Zur Erinnerung: Im ersten Durchgang vom vergangenen Sonntag erhielt der Amtsinhaber 27,8 Prozent der Stimmen, Le Pen 23,2 Prozent.

Trotzdem ist der Einzug der Rechtsextremistin in den Elysée-Palast wohl eher unwahrscheinlich. Das dürfte ganz im Sinne der in der Schweiz und in Liechtenstein lebenden Französinnen und Franzosen sein. Denn gemäss Zahlen der französischen Botschaft in Bern erhielt Le Pen von ihnen lediglich 4611 Stimmen. Macron hingegen kommt auf 29'659 Stimmen – also über sechs Mal mehr.

Marine Le Pen deutlich abgeschlagen

Damit liegt die Herausforderin sogar noch hinter dem Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon (11'690), dem Grünen Yannick Jadot (5464) und ihrem rechten Rivalen Eric Zemmour (5456) zurück. Kurz: Die 53-Jährige fällt zumindest in der Schweiz und in Liechtenstein komplett durch.

Der katastrophale Zustand der etablierten Parteien zeigt sich auch in der Schweiz und in Liechtenstein: Anne Hidalgo, die für die Sozialisten antrat, erhielt lediglich 1328 Stimmen – und damit sogar noch weniger als Rechtspopulist Nicolas Dupont-Aignan (1370). Valérie Pécresse, Kandidatin der Republikaner, kommt immerhin auf 3099 Stimmen und landet auf Rang sechs.

Insgesamt sind bei der Botschaft 148'654 Wählerinnen und Wähler registriert. 65'518 davon nahmen am ersten Wahlgang teil. (abi)

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