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Ganz schön clever, dieser Japaner – hybrid mit bis zu 222 PS

Der neue Toyota RAV4 setzt auf einen prägnanteren Auftritt als sein Vorgänger. Besonders der markante Kühlergrill fällt auf.

Der neue Toyota RAV4 setzt auf einen prägnanteren Auftritt als sein Vorgänger. Besonders der markante Kühlergrill fällt auf.

Diskreter, erwachsener, dominanter: Toyota lanciert die fünfte Generation des RAV4. Diese wartet mit neuem Motor und modernem, intelligentem Hybridantrieb auf. Der Firmenpatron Akio Toyoda wollte kein «langweiliges Auto» mehr.

Im Rückspiegel spiegelt sich rein gar nix. Und trotzdem ist zu sehen, was sich hinter dem Wagen tut. Und wie soll das gehen? Bei näherem Hinsehen entpuppt sich der besagte Rückspiegel als eine Art Flachbildfernseher im Kleinformat, der die Bilder einer Kamera am Heckfenster wiedergibt und so einen «hindernisfreien» Blick nach hinten ermöglicht. Allerdings ist diese Pixelperspektive recht gewöhnungsbedürftig. Aber halb so schlimm: Per Knopfdruck steht der klassische Rückspiegel umgehend wieder zur Verfügung.

Zu bieten hat dieses optionale Schmankerl namens Smart View nicht etwa ein teurer SUV aus der Oberklasse. Es ist ein ganz normales Gefährt, in dem wir Platz genommen haben: im neuen RAV4 von Toyota, der schon bei einem Grundpreis von 30'900 Franken startet.

Modellreihe weiterentwickelt

Der RAV4 rollt in diesen Tagen mit viel technischer Innovation und dem Toyota-typisch-eigenwilligen, aber doch ansprechenden Design bereits in fünfter Generation zu den Vertragshändlern. Letzteres dürfte Firmenpatron Akio Toyoda freuen. Denn der hat seinen Leuten aufgetragen, «keine langweiligen Autos mehr zu bauen». Und langweilig ist der RAV4, ähnlich wie der kleine Bruder C-HR, nun wirklich nicht. Bloss etwas diskreter und erwachsener.

Obwohl der Neue ein bisschen kürzer als der Vorgänger ist, wirkt der SUV doch wesentlich dominanter. Dies, weil er in Breite und Höhe etwas zugelegt hat. Was übrigens ganz dem Zeitgeist entspricht.

SUV müssen einen grossen Auftritt an den Tag legen, ansonsten stehen sie bleischwer im Ausstellungsraum. Der Hang zur Grösse hat aber auch seine Vorteile. Innen gibt es für die Fond-Passagiere jetzt mehr Schulter- und Beinfreiheit, in die Mittelkonsole passt sogar ein grosses Smartphone rein. Der Laderaum wartet mit einem Stauvolumen von 1690 Litern auf. Dort habe ein 29-Zoll-Mountainbike Platz, heisst es bei Toyota.

Mit Hybridantrieb erhältlich

Wo ein Toyota vorfährt, da ist ein Hybridantrieb nicht weit. So auch beim RAV4. Das Hybridmodell basiert auf einem 2,5-Liter-Benzinmotor mit vier Zylindern. Die Systemleistung wird bei der Allradversion mit 222 PS (163 kW) und beim Fronttriebler mit 218 PS (160 kW) angegeben.

Die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor ermöglicht es, unter optimalen Bedingungen viel Sprit zu sparen. Toyota gibt den Verbrauch mit 4,6 Litern auf 100 Kilometer an. Und wer es lieber «hybridfrei» möchte, kann sich den RAV4 mit Zweilitermotor zulegen, der 175 PS (129 kW) leistet.

Im Gegensatz zum Zweilitermotor, der mit einem manuellen Sechsganggetriebe kooperiert, leitet beim 2,5-Liter-Triebwerk ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe die Antriebskraft weiter. Und das ist suboptimal. Diese Technologie lässt den Motor während der Beschleunigungsphase aufheulen, anstatt die Antriebskraft sofort auf die Vorderachse zu entsenden, was vor allem bei Bergfahrten negativ in Erscheinung tritt. Dieser sogenannte «Gummibandeffekt» ist der einzige Punkt, der uns bei den sonst tadel- losen Fahreigenschaften des RAV4 gestört hat.

Auch mit Allradantrieb

Erhältlich ist der RAV4 entweder mit Front- oder dann mit Allradantrieb. Und da gibt es eine Besonderheit: Direkt vom Hybridsystem angetrieben werden nur die Vorderräder. Der Schub von hinten wird von einem zweiten Elektromotor erzeugt, der auf der Hinterachse sitzt und bei Bedarf von der Elektronik zugeschaltet wird. Je nach Fahrbahnqualität und Situation werden bis 80 Prozent der Antriebskraft von dort angeliefert. Eine mechanische Verbindung zum Motor gibt es keine. Ganz schön clever, diese Japaner.

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