Leserdebatte
Wie kann man so ein liebevolles Wort zerstören?

«Kunden rennen bei Dubler die Bude ein», Ausgabe vom 12.Juni

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Nun gibt’s keine grösseren Probleme mehr, als uns noch die kleinen feinen Gaumenfreuden von Robert Dubler aus Waltenschwil zu vermiesen. Was kommt dann als Nächstes auf uns zu? Vielleicht ein seriöserer Name für «Tete de Moine»,»Berliner», »Wienerli», «Hamburger» und die «Meitschibei» müssten die Bäcker dann auch noch umtaufen – von wegen Sexismus etc.

Housi Mathys, Ebikon


Jeden Tag wird es mir bewusster, dass die Menschheit am Verblöden ist. Welche Arroganz von der Migros ein Unternehmen in zweiter Generation zu diskriminieren. Eine einzelne Person reklamiert, schon knickt man ein und verlangt vom Unternehmer sein Logo zu ändern – eine Frechheit.

Was macht ihr denn mit der Firma Schwarzkopf? Alles nur verlogen. Ich, in meinem Fall, werde meine Mohrenköpfe wie viele andere, bei Dubler einkaufen. Der Firma wünsche ich alles Gute!

Uschi Jenny, Gelfingen


Das Thema Corona ist nun «fast» vorbei und nun füllen die «Mohrenköpfe» die Spalten. Seit ich denken kann, gibt es sie und ich verdrückte als Kind etliche davon. Ich verstehe nicht, dass man wegen des Namens «Mohr» ein solches Gezeter machen kann. Nicht die Bezeichnung «Mohr», sondern der Mensch dahinter ist doch massgebend. Ich achte alle Menschen, gleich welcher Hautfarbe. Schwarz heisst nicht kriminell. Ich kenne da viele, viele andere mit Krawatte, die meinen sie seien besser.

Warum ist den Schoggifabrikanten noch nicht in den Sinn gekommen ein Pendant zu den «Mohrenköpfen» zu schaffen? Zum Beispiel ein Gebilde mit weissem Schoggi-Überzug. Man könnte ihn dann zum Beispiel «Weissgrind» nennen. Ich würde mich jedenfalls nicht am Namen stören. Ich würde ihn sofort essen!

René Schnyder, Schüpfheim


Eines der schönsten und lieblichsten Worte, die ich kenne, ein Wort bei dem Kinderaugen zu leuchten beginnen, wo die Zunge schon am Gaumen klebt, bevor in den Mohrenkopf gebissen wurde.

Wie Mann, oder soll ich lieber sagen Frau, so ein liebevolles Wort zerstören kann, ist für mich nicht vorstellbar! Nie in meinen ganzen Leben habe ich beim Begriff Mohrenkopf, je an einen dunkelhäutigen Menschen mit Migrationshintergrund gedacht. Wer macht denn aus dem Wort Neger ein Unwort, doch wir Menschen.

Nehmen wir doch mal den Begriff Arsch: Ja ein Unwort, aber jeder weiss was gemeint ist. Der Hintern, das Fudi, der Popo, das sind alles Wörter, die wir tolerieren, obwohl alle die Austrittspforte des Dickdarms bezeichnen, wie der Arsch auch. Zu guter Letzt die Oper «Die Zauberflöte» von Wolfgang Amadeus Mozart müsste eigentlich sofort verboten werden, denn das Bild des schwarzen Mannes, das da gezeichnet wird, da ist ein Mohrenkopf oder Negerkuss nichts dagegen.

Diese ganze Diskussion schadet den dunkelhäutigen Menschen bei uns am meisten oder glaubt ernsthaft jemand daran, Rassisten könne man so bekehren, eher werde ich noch zum Rassisten durch solche unsinnigen Aktionen!

Rassismus ist eine Grundeinstellung und streift alle die Teilbereiche wie Liebe, Respekt und Fähigkeit Andersdenkende zu akzeptieren. Diese Fähigkeiten sind leider nicht erlernbar. Zur Migros: ein bisschen mehr Füdli hätte ich den Genossen schon zugetraut.

Ich bin gespannt, wie das weitergeht und wie sich die Diskussion und der Gebrauch der Sprache noch entwickeln. Den Kindern dieser Welt wünsche ich noch manchen klebrigen Biss in einen süssen Mohrenkopf.

Michael Lange, Stansstad


Warum soll ein Mohrenkopf etwas mit Rassismus zu tun haben? Von mir aus gesehen ist Jeder ein Rassist, der bei einem Mohrenkopf an etwas anderes denkt, als es ist. Nämlich ein schokoladig, schaumig, süsser Genuss mit langer Tradition.

Anna-Maria Schmid, Meggen