Leserbrief
«Verlieren Kriege mit einer Frau an der Spitze ihre Fratzen?»

Zum Frauenstreik vom 14. Juni, diverse Ausgaben

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Frauenrechte, Kinderrechte, Menschenrechte, auch die Rechte unserer geschundenen Erde sind bei diesem Streik thematisiert worden und das ist richtig und auch wichtig. Dass Frauen im Moment beim Militär in Kaderpositionen gehievt werden ist schon sehr interessant. Zum Beispiel Frau Ursula von der Leyen in Deutschland, Frau Viola Amherd, Frau Monica Duca Widmer. Die Strategie solcher Handlungen ist doch ganz einfach, wenn Frau von der Leyen adrett im rosa Deuxpièces gekleidet, geschminkt und gepudert, die Truppen in Afghanistan besucht, verliert der Krieg sein Gesicht. Oder wenn Frau Amherd über neue Kampfjets diskutiert, denke ich an Papierflieger und das macht Frau Amherd sympathisch, aber Frau Amherd ist ja lernfähig, teilweise hat sie ja auch schon den Tonfall eines kampferprobten Kriegsoffiziers. Oder Frau Widmer, die jetzt die Aufspaltung der Ruag begleiten soll, eine Tranche für Inland-Verteidigung, eine Tranche für Ausland-Sauereien. Verlieren denn Kriege mit einer Frau an der Spitze ihre Fratzen?

Das dies alles noch beklatscht wird von den Frauen, die ihr Geschlecht in Kaderpositionen sehen wollen, ist für mich unverständlich. Auch wie die 8 Prozent Lohnunterschied erhoben wurden, entzieht sich meinem Wissen, ob z. B. der Lohn zwischen Bankdirektor, CEO oder Sekretärin oder Filialleiter und Kassiererinnen oder Schulhausabwart und Putzhilfe verglichen wurde. Aber ich weiss auch, dass ein Bürojob besser bezahlt ist, als der anspruchsvolle Beruf eines Drehers in einer Werkstatt.

Nur noch ein Beispiel. Vor zirka 30 Jahren, als ich noch Angestellter war, bekam ich einen neuen Kollegen, wir verstanden uns und nannten uns unsere Löhne, er bekam 600 Franken mehr als ich. Er hatte besser verhandelt, ich bekam dann auch mehr auf die Hand. Vielleicht sollten wir mehr über unsere Sorgen sprechen – und vor allem ist Geld kein Tabuthema.

Liebe Frauen, und das meine ich nicht ironisch, ihr seid wenigstens beim Manipulieren eures Geschlechts gleichgestellt, gleich wie wir manipulierten Männer. Ich bin für Menschenrechte, ich bin aber auch immer noch sehr dankbar für die (kleinen) Unterschiede zwischen Frau und Mann. Mir gefällt Frauenboxen nicht, mir gefällt Frauenrugby nicht, und mir würden Frauen, die auf den Baustellen 50-Kilo-Zementsäcke schleppen, auch nicht gefallen. Glücklich werden muss aber jeder Mensch auf seinem eigenen Misthaufen.

Michael Lange, Stansstad