Leserbrief
Schweizer Fleisch ist kein Etikettenschwindel

«Krach ums Kraftfutter», Ausgabe vom 9. Februar

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Schweizer Fleisch, und somit die Tierproduktion, ist unter Druck. Mit tendenziösen Studien und aus dem Zusammenhang gerissenen Fakten wird versucht, eine grundsätzlich nachhaltige Branche in den Dreck zu ziehen. Der Konsum von Fleisch ist Teil einer vielfältigen Esskultur, die parallel zur Entwicklung der Landwirtschaft entstanden ist. Über Jahrhunderte sind Fleisch und Milch zu ihren Hauptprodukten geworden. Und was die Menschen nicht gegessen haben, wurde als Tierfutter den Schweinen verfüttert.

Heute werden rund 430000 Tonnen Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie zu tierischen Proteinen veredelt und bleiben so dem Nahrungsmittelkreislauf erhalten. Unsere Nutztiere fressen, umgerechnet auf die Trockensubstanz, zu 85 Prozent Rohstoffe, die in der Schweiz wachsen. Bei den Menschen stammen nicht einmal die Hälfte aller Lebensmittel aus einheimischer Produktion.

Die Schweizer Tierproduktion verzichtet vollständig auf gentechnisch veränderte Pflanzen, setzt das strengste Tierschutzgesetz um, bilanziert die Nährstoffkreisläufe seriös und genau und nimmt dabei erhebliche Mehrkosten in Kauf. Auch die Futterimporte stammen aus verantwortungsvollen Quellen, das Futtergetreide kommt zu über 90 Prozent aus den Grenzregionen. Selbst eiweissreiches Sojaschrot stammt zur Hälfte aus europäischem Anbau und hat die einst dominante brasilianische und dennoch nachhaltig zertifizierte Produktion in den Hintergrund gedrängt.

Gemäss einer Studie unserer schweizerischen Forschungsstelle Agroscope würden sich die Umweltbelastungen bei einer Verlagerung der Tierhaltung ins Ausland um ein Mehrfaches erhöhen. Gerade deshalb liegt es in unserer Verantwortung, weiterhin für gute Voraussetzung für eine nachhaltige einheimische Produktion zu sorgen. Ich will eine produzierende Landwirtschaft und eine Schweizer Futtermittelproduktion.

Damian Müller, Ständerat des Kantons Luzern (FDP), Hitzkirch