Leserbrief
Kriens: Es braucht einen kompletten Neuanfang

Zu den Stadtratswahlen in Kriens vom 28. Juni

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In Kriens winkt die grosse Chance, alle Parteien in die Stadtregierung einzubinden. Aus meiner Sicht ist das das einzig Richtige, dann stehen eben auch alle Parteien in der Verantwortung.

Das Vorhaben vom Komitee «frischer Wind», notabene auch von linker Seite getragen, ist auf gutem Kurs. Sie haben erkannt, dass der bestehende Stadtrat seine Aufgaben nicht überzeugend gelöst hat und an Uneinigkeit kaum zu übertreffen war. Jeder gegen Jeden, keine Einigkeit, keine Führung.

Der Stadtrat hat es auch nicht verstanden ihrem Ratskollegen und Stadtpräsidenten, mit seinen Eigen- und Parteiinteressen, entgegen zuhalten. Es braucht im Stadtrat Führungs- und Kollegialitätsqualitäten. Hier haben alle Stadträte keine gute Figur gemacht und wurden als Konsequenz mit der Nichtwahl vom Volk abgestraft. Wieso nun aber Judith Luthiger im neuen Stadtrat weiterhin vertreten sein soll, sehe ich nicht ein. Sie hat genauso viel oder wenig zur heutigen Situation beigetragen. Es ist doch schon anmassend zu meinen, Judith Luthiger hätte als Einzige in ihrem Departement überzeugt, nur die anderen nicht. Nur Erfahrung im Stadtrat ist für mich kein Argument und nicht entscheidend für eine Wahl.

Alle neuen Kandidaten verfügen über genügend politische Erfahrung, dass man sie problemlos in den Stadtrat wählen kann, und so ist auch ein Neuanfang garantiert.

Ich bin auch klar der Meinung, dass wir unbedingt Frauen in der Politik brauchen. Darum freut es mich sehr, dass sich mit der Kandidatur von Christine Kaufmann als Stadträtin eine gut ausgewiesene Person der Wahl stellt. Ich hoffe sehr, dass «ihre» CVP auch geeinigt hinter der bürgerlichen Allianz mit Roger Erni (FDP) und Marco Frauenknecht (SVP) steht.

Ob mit Präsidentin Christine Kaufmann oder Präsident Maurus Frey, es braucht nun offene Ohren von links bis rechts – darum gehören jetzt auch alle Parteien in den Stadtrat.

Kurt Bachmann, Kriens


Ich begrüsse es sehr, dass das Trio Kaufmann, Erni und Frauenknecht jetzt noch keine konkreten Massnahmen nennt, wie sie Kriens weiterentwickeln möchten. Schlagworte haben wir in den letzten Jahren genug gehört – die Ernüchterung war jeweils umso grösser.

Wir brauchen Leute im Stadtrat, die fähig und gewillt sind, die Finanzen von Kriens wieder ins Lot zu bringen und dabei eine nachhalte Entwicklung im Auge behalten. Mit der Androhung der Kürzung von Leistungen für die familienergänzende Kinderbetreuung oder Quartierbussen kann die Stadt wohl kaum an Attraktivität gewinnen, was derzeit dringend nötig wäre.

Es ist entscheidend, dass das Gremium von einer Person geführt wird, die integrativ und führungsstark gleichzeitig ist. Diese Fähigkeiten hat Christine Kaufmann bewiesen in ihrer Funktion als Präsidentin der Bildungskommission. Gegen den Willen des damaligen Gemeinderates hat sie durchgesetzt, dass das Schulhaus Brunnmatt endlich saniert wurde, ihre vermittelnde und überparteiliche Akzeptanz waren die entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Wir alle sind uns bewusst, dass die Herausforderungen für den zukünftigen Stadtrat sehr gross sind und dass es sowohl bei den Einnahmen wie bei den Ausgaben Anpassungen braucht. Die Bevölkerung trägt diese Entscheidungen dann mit, wenn sie im Sinne der Allgemeinheit und der Nachhaltigkeit gefällt werden. Dazu braucht es Leute wie Chris Kaufmann, die dieses Gremium führt und ihre Kompetenz und Erfahrung einbringt. Wir brauchen Taten statt Worte.

Edith Müller Loretz, Kriens, Geschäftsleitung Gemeinnütziger Frauenverein Kriens