Leserbrief
Es gilt den Kompass neu einzustellen – dies gemeinsam mit den Jugendlichen ab 16 Jahren

«Kontroverse um das Stimmrechtsalter», Ausgabe vom 24. Juni

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In der Debatte um das Stimmrechtsalter 16 stach ein Votum einer FDP-Vertreterin aus dem Entlebuch hervor. Sie argumentierte für ein «Nein» mit den Worten, wir Erwachsene gäben einer Generation eine Stimme, «die nicht weiss, was sie will». Hoppla! Es ist eine Binsenwahrheit, dass oft getadeltes Verhalten Jugendlicher in etwa das Spiegelbild dessen ist, was ihnen die Erwachsenenwelt vorlebt. Es scheint bei der Votantin noch nicht angekommen zu sein, dass die momentanen Herausforderungen, Jung und Alt, uns «alt aussehen lassen». In der Tat wissen wir oft nicht, was wir wollen. Durch die Pandemie ist uns unbarmherzig vor Augen geführt worden, dass es so nicht weiter gehen kann. Es gilt, den Kompass neu einzustellen. Diese Herkulesaufgabe miteinander zu lösen sichert kommenden Generationen ein lebenswertes Dasein. Es ist somit eine rhetorische Frage, ob wir Jugendliche ab 16 Jahren in diesen Prozess integrieren wollen, die ihre Zukunft betrifft.

Werner Jöri, Ennetbürgen, alt Nationalrat SP