Kommentar
Gastro-Jobs sind nicht verloren – warum sie zurückkehren dürften

Der Schaden, der die Pandemie angerichtet hat, ist gross. Vor allem das Bild in der Gastronomie ist trist. Doch es gibt etwas Trost.

Niklaus Vontobel
Niklaus Vontobel
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Die Menschen wollen auch in Zukunft von Menschen bedient werden – und nicht von Robotern.

Die Menschen wollen auch in Zukunft von Menschen bedient werden – und nicht von Robotern.

Keystone

Allmählich zeichnet sich das Ausmass des Schadens ab, den die Coronakrise in einem Jahr angerichtet hat. Neue Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft zeigen: Ende Februar waren rund 50000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor beim Arbeitsamt angemeldet. Das ist für jeden Einzelnen hart. Wer seinen Job nicht verloren hat, ist wohl dennoch erleichtert: Mitte 2020 schien die Wirtschaft weit stärker einzubrechen – was noch mehr Menschen die Arbeit gekostet hätte.

Hingegen ist das Bild in der Gastronomie schlicht trist. Es sind doppelt so viele Personen bei den Arbeitsämtern gemeldet wie vor einem Jahr. Ende Februar entspricht dies jeder zehnten Erwerbsperson in der Branche. Und die Zahl wird steigen, falls tatsächlich mehr Betriebe aufgeben müssen.

Immerhin gibt es etwas Trost: Die Jobs dürften zurückkehren. Wie der US-Ökonom Edward Glaeser sagt, haben Gastro-Jobs oft einen grossen Vorteil: Die Gäste wollen den Kaffee nicht von Robotern serviert bekommen. Sondern von Menschen, zusammen mit einem Lächeln und auch einmal einem Schwatz.

Die Gäste werden ihr Homeoffice verlassen und in den Pausen wieder in die Cafés zurückkehren, glaubt ­Glaeser. Weil auf Dauer nichts klüger mache als örtliche Nähe zu klugen Menschen. Und weil der Mensch als soziales Wesen diese Nähe brauche. Dass neue Technologien dies ändern – das wurde schon mit dem Aufkommen von Faxmaschinen behauptet.