Apropos
Zurück zum ganz normalen Wahnsinn

Das Ende der Pandemie naht. Unsere Autorin fragt sich: Sollen wir dann genau so weiter machen wie vor der Krise?

Rahel Empl
Rahel Empl
Drucken
Teilen
Am Wochenende für ein Trinkgeld auf die nächstbeste Ferieninsel jetten: Wollen wir das wirklich wieder?

Am Wochenende für ein Trinkgeld auf die nächstbeste Ferieninsel jetten: Wollen wir das wirklich wieder?

Shutterstock

Sie lassen hoffen, die Aussagen der Epidemiologinnen und Epidemiologen aus aller Welt. In zwei Monaten sei das Schlimmste überstanden, «dann haben wir unser normales Leben wieder», frohlockte etwa die oberste Seuchenkundlerin Dänemarks. Aber: Was heisst schon «normal»?

Wenn «normal» bedeutet, an den Wochenenden für ein Trinkgeld auf die nächstbeste Ferieninsel zu jetten oder ausufernde Partys zu feiern, die Berge von Abfall hinterlassen, wenn «normal» heisst, sich wieder diesem präpandemischen konsumgetriebenen Wahnsinn hinzugeben, dann sage ich: nö, danke.

Ein gewisses Nachholbedürfnis ist, zugegeben, durchaus menschlich. Und auch völlig okay. Jedoch sollte - oder könnte - das Ende der Pandemie auch als Chance für einen persönlichen «Reboot» gesehen werden. Es schadet sicher nicht, den eigenen Lebensstil von vor der Krise kritisch zu überdenken.

Wenn «normal» indes bedeutet, sich ganz unbeschwert mit Freunden zu treffen oder in der Quartierbeiz bis in alle Nacht mit dem Wirt zu quatschen, dann sage ich: sehr gerne. Es sind Begegnungen wie diese, die das Leben wirklich bereichern.

Aktuelle Nachrichten