Stadtbummel Grenchen
Von Bussen, Fleisch und Coiffeursalons

Im Grenchner Stadtbummel geht es dieses Mal um die Parkbussen der Stadtpolizei, leere Geschäftsräume und den geplanten Windpark auf dem Obergrenchenberg.

Oliver Menge
Oliver Menge
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Ob der Windpark dereinst die Idylle auf dem Obergrenchenberg zerstört oder den Publikumsverkehr vermehrt, wird sich erst zeigen - sofern er gebaut wird.

Ob der Windpark dereinst die Idylle auf dem Obergrenchenberg zerstört oder den Publikumsverkehr vermehrt, wird sich erst zeigen - sofern er gebaut wird.

Oliver Menge

Nehmen die Kontrollen durch die Stadtpolizei und die daraus folgenden Parkbussen eigentlich proportional zur Abnahme der Parkticketautomaten zu? Man muss davon ausgehen, denn seit die Münzschlucker an der Marktstrasse von vier auf eins reduziert wurden, sind wesentlich mehr der unliebsamen Zettel hinter den Scheibenwischern zu sehen. Dienstagmittag, Südseite: Von sieben parkierten Autos zwischen der Boutique Olivia und dem Restaurant Bambi gleich deren fünf. Dass sich die Stadtpolizei bei den zu erwartenden Mehreinnahmen nur selber ausgedruckte Richtungspfeile leistet, die mit einer lausigen Plastikfolie einseitig auf die bereits bestehenden Parktafeln aufgeklebt sind und den Weg zum neuen Automaten weisen sollen, ist fast schon ein Hohn, meinen viele.

In Grenchen will gut Ding Weile haben. Das gilt auch beim Neubezug leerstehender Geschäftsräume. So zum Beispiel an der Bettlachstrasse: Dort, wo früher die Team-Papeterie war, wird in Kürze ein Coiffeursalon einziehen. Zum Glück nicht noch ein zusätzlicher, werden sich die vielen Coiffeure Grenchens sagen, denn hier zieht ein Salon um: vom Luterbacherhof ins neue Domizil. An der Marktstrasse gibt es ebenfalls Zuwachs: Ein Salon für Fusspflege zieht von der Kapellstrasse um und bezieht einen Teil des ehemaligen HiFi- und TV-Geschäfts Roth. Unter dem Strich auch hier ein Nullsummenspiel, leider.

Auch Feste werden hier etwas länger gefeiert: Noch zwei Wochen nach Ostern stehen die farbigen Hasen und Ostereier in der Stadt herum. Man wird sie hoffentlich noch rechtzeitig vor dem nächsten Unwetter wieder wegräumen, sonst müssen nächstes Jahr wieder Neue beschafft werden. Wobei: Den Schülerinnen und Schülern würde es sicher wieder gefallen, neue Holztafeln erneut neu zu bemalen.

Kein Unwetter, aber vielleicht ein Donnerwetter ging über dem Obergrenchenberg hernieder – jedenfalls behaupten das die Gegner des Windparks als Reaktion auf den Einspracherückzug der Pächterfamilie. Dem Bürgerrat waren die geäusserten Vorwürfe dann doch zu polemisch und er beschloss an seiner letzten Sitzung, sich in Schweigen zu hüllen. Wobei: Vielleicht setzt der Bergbauer zukünftig auf Fleisch von Kobe-Rindern, die angeblich täglich mit Bier (und Sake) gefüttert und massiert werden und am liebsten Musik von Mozart hören. Die Massage würde durch die Vibrationen der Windräder vollautomatisch geschehen, Grenchner Bier wäre schnell auf den Berg gebracht – und schon wäre Grenchen um eine Attraktion reicher.