Persönlich
Wenn Papi sich fühlt wie Hampe Wessels

Beim Spielen mit einem Dreijährigen lernt man viel über Basler Verkehrspolitik.

Nicolas Drechsler
Nicolas Drechsler
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Ein Teil des Problems.

Ein Teil des Problems.

zvg

Der Blech-Kleinbus fährt auf die riesige grüne Legoplatte. «Papi, dä bruucht e Parkplatz», sagt Sohnemann. Papi steckt mit Legosteinen einen Parkplatz ab, da kommt schon der Alu-Porsche über die holprige Piste geflitzt. «Papi, dä bruucht au e Parkplatz.» Und so weiter. Das Lego-Parkhaus hat bereits zwei Stockwerke. «Au e Parkplatz!» Und wieder «No e Parkplatz». Sohnemann klingt wie ein Automobilverbandspräsident mit einem Tourette-Anfall. Parkplatz reiht sich an Parkplatz. Stock stapelt sich auf Stock. Nach den Rennwagen und den Polizeiautos folgen nun auch noch die Laster und die Bagger.

Da gibt es nur eins: Weiter verdichten und weiter in die Höhe bauen, Statik ist längst Nebensache. Sohnemanns Blechlawine reisst nicht ab. Der Vorrat an Rennauteli, Lightning McQueens und anderen Boliden mit hirnwütigen Namen scheint unerschöpflicher als die Sammlung im Pantheon. Irgendwann hält der junge Mann inne und meint: «Mir hän e ’bleem.» Was ist denn das Problem? «Mir hän kai Blatz me für e Huus.» Richtig, mein Sohn. Wir haben keinen Platz und keine Legosteine mehr, um ein Haus zu bauen. Das liegt daran, dass du mich gerade mit Forderungen nach Parkplätzen bombardiert hast, bis ich mich gefühlt habe wie Verkehrsdirektor Hampe Wessels an einer Grossratssitzung.

Nun sind wir an dem Punkt angelangt, von dem die Auto-Politiker nicht glauben wollen, dass es ihn gibt. Die Platte ist voll, das Baumaterial verbraucht, und wir haben eine akute Wohnungsnot. Grünflächen gibt es schon lange keine mehr.

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