Persönlich
Immer diese Burger

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Alle reiten auf der Burger-Welle mit. Unsere Autorin würde sich über etwas mehr Vielfalt in den Basler Beizen freuen.

Alle reiten auf der Burger-Welle mit. Unsere Autorin würde sich über etwas mehr Vielfalt in den Basler Beizen freuen.

Pixabay

Es reicht, ich bin satt, danke. An jeder Ecke dieser Stadt, nicht nur bei Foodtrucks und Schnellverpflegern, auch in den meisten Basler Beizen bekommt man ihn: den Hamburger. Klassisch mit Käse oder Speck, avant garde mit Hummus, Avocado oder Randen, Edelvarianten für 20 Franken.

Auch ohne Fleisch, dafür mit ethisch korrekt aufgezogenem Salat und einem Brötli, das eine unbeschwerte Kindheit hatte. Und jetzt legt Coop noch einen drauf und verkauft Insektenburger. Alle reiten sie auf der Burger-Welle mit. Wie langweilig!

Das kulinarische Angebot in Basel war noch nie so gross. Mit der Vielfalt hapert es allerdings. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe Hamburger, diesen Moment, wenn ich in das weiche Brötli und das saftige Fleisch beisse. Es ist gut, dass es frische Alternativen zum Big Mac gibt. Aber warum müssen gehobene Restaurants wie die Kunsthalle einen Burger auf die Karte nehmen? Und auch neue Beizen wie das «Ufer7» am Rhein oder die Tapas-Bar Esquina am Tellplatz? Letztere lockt mit vielen Mikro-Leckereien – und kommt trotzdem nicht ohne Burger aus. Warum? Haben unsere Köche den Mut verloren? Ihre Fantasie schockgefroren? Warum immer dem Trend hinterher hecheln?

Die «Grossen» sollten sich ein Beispiel an den «Kleinen» nehmen. Die riskieren eher etwas, siehe Markthalle. Da gibt’s zum Beispiel Pizza. Die gute alte Pizza, die bald ausstirbt, wenn sich die Burger weiter ausbreiten. Die Beizer müssen das Essen nicht neu erfinden. Altbewährtes tut’s auch, etwa Suuri Läberli mit Rösti, oder eine Käseschnitte (fast schon ein Cheeseburger). Mein Gaumen würde sich über Abwechslung freuen. Er ist beileibe nicht allein.