Kommentar
Zum Schutz der Arbeitnehmenden: Es braucht klare Spielregeln für Onlineplattformen wie Uber Eats und Co.

Auf dem Gebiet von sogenannten Onlinedienstleistern sind grundlegende Richtlinien überfällig. Das wird ihre Attraktivität nicht schmälern.

Roman Schenkel
Roman Schenkel
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Sollen besser geschützt werden: Das Personal, das die Essenslieferungen von Uber Eats ausfährt.

Sollen besser geschützt werden: Das Personal, das die Essenslieferungen von Uber Eats ausfährt.

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Die Kurierbranche ist in der Coronapandemie und wegen des Onlinebooms regelrecht explodiert. Die Nachfrage nach rasch einsetzbarem Personal ist hoch, die Konkurrenz sowieso. «Sei dein eigener Chef und verdiene gutes Geld!» Mit Slogans wie diesem locken digitale Plattformen wie etwa Essenslieferant Uber Eats Personal an.

Gleichwohl sind sie keine klassischen Selbstständigen, wie die Onlineplattformen gern behaupten. Eine neue Art von Erwerbstätigen ist entstanden. Die Arbeitnehmenden bewegen sich zwischen der starren Sicherheit von Angestellten und der unsicheren Freiheit von Selbstständigen. Dabei bleibt ihr Schutz oft auf der Strecke. Keine Altersvorsorge, keine Ferienzulagen, limitierte Unfallversicherung. Das unternehmerische Risiko trägt das Personal aber allein: Wird nichts bestellt, gibt’s keinen Verdienst.

Ob die Essenslieferanten unter das Postgesetz gestellt und zu minimalen arbeitsrechtlichen Standards gezwungen werden, wird ein Gericht entscheiden. Unabhängig davon: Dass auf diesem neuen Arbeitsfeld ein paar grundlegende Spielregeln definiert werden, ist überfällig. Dass das den Plattformen nicht schadet, zeigt Airbnb. In vielen Städten ist es verboten, Wohnungen zu kaufen, um diese ausschliesslich über Airbnb zu vermieten. Das tut der Beliebtheit von Airbnb keinen Abbruch, sorgt aber dafür, dass die Wohnungsnot in Metropolen nicht noch grösser wird.

Am Ende des Tages regelt der Markt eben doch nicht alles. Auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung.

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