Medienkolumne
Weder Elefanten noch Giraffen können das Mediengesetz retten - es braucht die Füchse

Am Swiss Media Forum haben sich die Chefs der grossen Verlage schwer getan, gute Argumente für die Medienförderung zu präsentieren. Und statt dessen vor allem die Gegner schlecht gemacht. So lässt sich die Abstimmung nicht gewinnen.

Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser
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Marc Walder, Chef von Ringier, spricht von "primitiver Polemik".

Marc Walder, Chef von Ringier, spricht von "primitiver Polemik".

Einmal jährlich trifft sich die Branche in Luzern zum Swiss Media Forum. Eines der Highlights ist jeweils das Aufeinandertreffen der Chefs der fünf grossen Medienhäuser – CH Media, NZZ, Ringier, SRG und TX Group – zur «Elefantenrunde». Dabei handelt es sich um ein zoologisches Missverständnis. Besser wäre es, von der «Giraffenrunde» zu sprechen. Schliesslich geht es um hohe Tiere.

Doch Elefanten sind spektakulärer als Giraffen. Auch Parteipräsidenten treffen sich nach Abstimmungen im SRF-Studio zur «Elefantenrunde». Journalisten – mea culpa – zeichnen sich bekanntlich dafür aus, oft lieber prägnant als präzis zu sein. Elefanten sind ihnen lieber als Giraffen.

Doch auch «Giraffe» trifft nicht auf alle Exemplare zu. Giraffen sind friedfertige Tiere, sie stieben auseinander, wenn sie angegriffen werden. Marc Walder hingegen, der Chef von Ringier, ging sofort selber in den Angriff. Die erste Frage der Moderatorin beabsichtigte er gar nicht erst zu beantworten. Stattdessen holte er aus zu einem ausufernden Statement zum Medienförderungsgesetz, über welches das Schweizer Stimmvolk abstimmen wird. Und je länger er sprach, desto mehr gemahnte er an einen Tiger.

«Primitive Polemik» sei das, fauchte er. Es werde gesagt, sein Verleger Michael Ringier werde die staatlichen Subventionen dazu nutzen, teure Kunst zu kaufen. Damit spielte er auf eine einzige Kolumne in der «Weltwoche» an. Nicken von den anderen Medienchefs. Kaum Argumente.

So lässt sich die Abstimmung nicht gewinnen. Zu hoffen ist, dass es im Medienzoo nicht nur Elefanten gibt, sondern auch ein paar Füchse.

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