Hausaufgaben
Die Ufzgi haben ausgedient

Über den Sinn oder Unsinn wird seit Jahren gestritten. Hausaufgaben sind wohl in jeder Familie regelmässig ein Reizthema.

Roman Schenkel
Roman Schenkel
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Wissenschaftlich wird die Wirkung der Hausaufgaben seit Jahren in Frage gestellt. (Symbolbild)

Wissenschaftlich wird die Wirkung der Hausaufgaben seit Jahren in Frage gestellt. (Symbolbild)

Gaetan Bally / KEYSTONE

Sei es, weil das Kind viel lieber gamen oder draussen spielen will und nur unter Androhung von Playstationverbot ans Pult sitzt. Sei es, weil das Kind von den Aufgaben überfordert ist, das Arbeitsblatt missverständlich oder die Bruchrechnungen für die Eltern zu schwierig.

Zwar heisst es stets, die Kinder sollen Hausaufgaben alleine machen, doch die wahre Ufzgi-Welt ist eine andere. Die Eltern sind in der Regel stark involviert. Gerade beim coronabedingten Fernunterricht ist vielen Eltern von jüngeren Kindern bewusst geworden, wie ungesund eine zu grosse Einmischung ins Schulische sein kann. Die Vermischung von Eltern- und Lehrersein belastet die Beziehung zum Kind.

Hinzu kommt, dass der starke Einbezug der Eltern die Chancenungleichheit vergrössert. Längst nicht alle Kinder haben jemanden, der sie unterstützen und motivieren kann. Das führt unter dem Strich zu Lernfrust: Die betroffenen Kinder hinken hinterher – die Defizite werden immer grösser.

Die Ufzgi gehören weder zum Bildungsauftrag der Volksschule, noch sind sie obligatorisch. Wissenschaftlich wird ihre Wirkung seit Jahren in Frage gestellt. Dennoch haben erst wenige Gemeinden die Hausaufgaben abgeschafft. Dabei machen sie vor, wie man diese sinnvoll aus der Welt schaffen kann. Mit Übungsstunden, wo eine Vertiefung des Lernstoffs stattfindet. Das macht die Kinder froh und die Eltern ebenso.