Aesch

Zwei Neubauten und ein neuer Dorfplatz ersetzen Mehrzweckgebäude Nassenmatt

Der Mehrzwecksaal (rechts) und die Turnhalle werden über einen Platz erschlossen. Im Vordergrund ist die Lielistrasse.

Die Gewinner des Architekturwettbewerbs für einen Nassenmatt-Ersatzneubau sind gefunden.

So wie auf der Visualisierung könnte der neue Aescher Gemeindesaal samt Doppelturnhalle dereinst aussehen. Nun stellte die Gemeinde den Sieger des Architekturwettbewerbs in Rahmen einer öffentlichen Präsentation vor. Niedermann Sigg Schwendener Architekten aus Zürich haben mit ihrem Projekt «Samana» überzeugt. «Alle Eingaben sämtlicher Teams waren sehr sorgfältig ausgearbeitet», betonte Architektin und Jurypräsidentin Zita Cotti am Mittwoch im Gemeindesaal Nassenmatt. Dabei war die Aufgabe keine einfache. Neben einer Doppelturnhalle, einem Mehrzwecksaal samt Bühne und einem Hort für 40 Kinder sollten auch zwei Musikzimmer untergebracht werden. Zu liegen kommen soll der Bau entlang der Lielistrasse, wo heute das Mehrzweckgebäude Nassenmatt steht. Weiter sollte der angrenzende, rote Sportplatz entweder bestehen bleiben oder ersetzt werden. Kosten darf das ganze zwischen 12 und 15 Millionen Franken.

Sieben Projektteams bestehend aus Architekten, Landschaftsarchitekten und Bauingenieuren wurden eingeladen, ihre Ideen auszuarbeiten. Da Turnhalle wie auch Mehrzwecksaal dereinst einerseits von der Aescher Schule, andererseits von Vereinen genutzt werden, sollten die Zugänge unabhängig voneinander eingerichtet sein. Das Siegerteam entschied sich für den Bau von zwei unterschiedlichen Gebäudekörpern, eine Variante, die nur ein weiteres Team verfolgte. Dazwischen würde die Gemeinde somit neue Freiräume erhalten. «Es entsteht quasi ein neuer Dorfplatz, über den der Gemeindesaal und die Sporthalle erschlossen werden», führte Cotti aus. Weiter ermögliche das Projekt eine harmonische Erweiterung dank der Verwendung von ortstypischen Formen, Proportionen und Materialien. Die beiden Gebäude verfügen etwa über ein Satteldach und über eine Holzfassade, was sich positiv auf die Ziele im Bereich Nachhaltigkeit auswirke.

Der Mehrzwecksaal von innen.

Der Mehrzwecksaal von innen.

Zu diskutieren geben werde die Gestaltung des Gemeindesaals. So ist dem Jurybericht zu entnehmen, dass es dort ein Gleichgewicht zwischen Gestaltungswille und «Direktheit landwirtschaftlicher Scheunenräume» zu finden gelte. Der Innenraum ist mit Holz ausgekleidet und verfügt über zahlreiche Balken. Für die Jury steht dennoch fest, dass die Gebäude ortstypisch in den Weiler eingegliedert werden und das Bild von Aesch als lebendiges Dorf in ländlicher Umgebung stärken sollen.

Holzsaal als Scheunenraum?

Für Philipp Sigg, Partner bei Niedermann Sigg Schwendener Architekten und Projektverantwortlicher, ist die städtebauliche Positionierung der Gebäudekörper die grösste Herausforderung gewesen. «Wo soll effektiv gebaut werden und welche Nutzungen werden wo angesiedelt, waren zentrale Fragen. Gleichzeitig mussten wir eine geschickte Lösung für den Umgang mit der abfallenden Topografie finden», sagte er.

Dass über die Gestaltung der Mehrzweckhalle noch diskutiert werde, ist für ihn ein gutes Zeichen. «Unser Vorschlag eines holzigen Raums trägt zu einem gewissen Wohlempfinden bei und die Gestaltung mit den Balken ist eine Referenz zum ländlichen Aesch», sagt Sigg. Er habe aber auch Stimmen vernommen, die der Meinung waren, ein Mehrzwecksaal dürfe nicht aussehen wie eine Scheune.

Einzelturnhalle als Option

Dass es überhaupt zu einem Architekturwettbewerb gekommen war, ist der Aescher Bevölkerung zu verdanken. An der Gemeindeversammlung im April 2017 wurde ein Antrag angenommen, wonach ein solcher durchgeführt werden sollte. Der Gemeinderat wollte eigentlich eine Gesamtleistungssubmission durchführen. An derselben Sitzung sprach die Gemeindeversammlung auch einen Kredit von 400'000 Franken, mit denen die Planung vorangetrieben und der Wettbewerb durchgeführt werden sollten. Dass Aesch einen neuen Gemeindesaal und neue Turnhallen braucht, ist unbestritten, da die aktuelle Infrastruktur veraltet ist und die Bedingungen bezüglich Feuerschutz und Behindertengerechtigkeit nicht mehr erfüllt.

Für das weitere Vorgehen beabsichtigt der Gemeinderat die Kosten sowie die Option einer Einzelturnhalle genauer unter die Lupe zunehmen, wie Gemeindepräsident Hans Jahn (Forum) anlässlich der Präsentation sagte. Danach werde man einen Projektierungskredit ausarbeiten, der möglicherweise noch im Herbst dieses Jahres vor die Gemeindeversammlung gebracht werden soll.

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