Zürich

Rekurs: ZKB darf Erlebnisgarten-Parklandschaft nicht erweitern

Ein Blick in den Erlebnisgarten, der im Juni eröffnet wurde.

Ein Blick in den Erlebnisgarten, der im Juni eröffnet wurde.

Ein Rekurs bremst das Jubiläumspark-Projekt auf der Zürcher Landiwiese. Die geplanten Bauarbeiten dürfen nicht ausgeführt werden.

Die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen hatte sich die Zürcher Kantonalbank bestimmt anders vorgestellt. Die geplante Gondelbahn über das Zürichsee-Becken verzögert sich wegen Einsprachen. Und nun droht dasselbe dem halb fertigen Erlebnisgarten auf der Landiwiese. Ein Rekurrent verhindert, dass die ZKB die Parklandschaft vorerst erweitern darf. Das geht aus einem Urteil des Baurekursgerichts des Kantons Zürich hervor, welches dieser Zeitung vorliegt.

Eigentlich hätte der komplette Erlebnisgarten im vergangenen Mai eröffnet werden sollen. Geplant waren nebst der Gartenanlage ein Aussichtsturm, Pavillons mit Restaurant und Weinbar, Spielplätze und ein Hochgarten.

Doch dann machte die Coronapandemie der Zürcher Kantonalbank einen Strich durch die Rechnung. Sie entschied sich daraufhin, die Feierlichkeiten um ein Jahr zu verschieben.

Geblieben sind nun einzig die Pavillons und die Gartenanlage. Anfangs waren die Bauten umzäunt. Doch weil im Sommer während der Pandemie das Bedürfnis nach Freiflächen in der Stadt stieg, gab die ZKB in Absprache mit den städtischen Behörden das Areal für die Öffentlichkeit frei. Hinzu kamen Pingpongtische, Sitzgelegenheiten und Liegenetze.

Einem Anwohner ist die Wiese zu lange belegt

Um den Erlebnisgarten gemäss den anfänglichen Plänen doch noch fertig zu bauen, musste die Bank allerdings eine neue Baubewilligung einholen. Und gegen diese hat sich nun ein privater Rekurrent vorerst erfolgreich gewehrt. Das Baurekursgericht des Kantons Zürich hält in seinem Urteil vom 22. Oktober fest, dass momentan keine Bauarbeiten und Zweckveränderungen ausgeführt werden dürfen. Der Entscheid hat aufschiebende Wirkung.

Den Rekurrenten stört in erster Linie, dass ein grosser Teil der Landiwiese derart lange besetzt wird: Sollten die Feierlichkeiten nächstes Jahr im Erlebnisgarten stattfinden können, würde die Bank das Gelände rund 19 Monate lang beanspruchen. Und das für das Jubiläum einer Firma – das entbehre eine genügende Rechtsgrundlage, kritisiert der Rekurrent. Nach Artikel 10 der städtischen Veranstaltungsrichtlinien würden Vereins- und Firmenfeste anlässlich von Jubiläen nur an bis zu einem Tag pro Jahr bewilligt.

Es könne auch kein öffentliches Interesse geltend gemacht werden, schreibt der Rekurrent weiter. Für die Erstellung eines gewinnorientierten Gastgewerbebetriebs mit Konsumzwang bestehe a priori kein öffentliches Interesse. Da sich die Gebäude in einer Freihaltezone befänden, sei das Gelände umgehend und umfassend in seiner eigentlichen Zweckbestimmung als öffentlicher Grün- und Erholungsraum der Bevölkerung wieder zugänglich zu machen.

Die ZKB hatte zwischen Mai und Mitte Juli 2021 im Erlebnisgarten 45 Veranstaltungstage geplant. Die Pavillons hätten zudem für das Theater Spektakel 2021 genutzt und erst im September wieder abgebaut werden sollen.

Was bedeutet das Urteil nun für den Erlebnisgarten? Ist das Projekt gestorben? Müssen die Pavillons abgebaut werden – zumindest vorübergehend? Den Entscheid des Baurekursgerichts und wie es nun weitergehen soll, wollte die ZKB am Dienstag nicht kommentieren. «Da wir uns in einem laufenden Verfahren befinden, äussern wir uns nicht dazu», heisst es von Seiten der Medienstelle.

Auch Gondelbahn bleibt in der Schwebe

In der Schwebe ist auch das Gondelbahn-Projekt anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums. Es befindet sich noch immer im Bewilligungsprozess. Mehrere Verfahren sind hängig: So müssen auf Kantonsebene der kantonale Gestaltungsplan festgesetzt und eine wasserrechtliche Konzession eingeholt werden. Auf Bundesebene ist das Plangenehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Gerichtsentscheide zu den Verfahren erwartet die ZKB Ende dieses Jahres oder Anfang 2021.

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