Stadtratswahl
Grüne setzen auf ein männliches Doppel Knauss/Leupi

Für die Grüne Partei der Stadt Zürich soll Markus Knauss den zweiten Sitz verteidigen. Er tritt im Februar 2014 zusammen mit dem bisherigen Daniel Leupi an. Bekannt wurde Knauss vor allem durch erfolgreiche Rekurse gegen Bauprojekte.

Michael Rüegg
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MarkusKnauss. az

MarkusKnauss. az

Nur knapp vier Jahre konnten sich die Zürcher Grünen an ihre zwei Stadtratssitze gewöhnen. Mit dem Rücktritt von Tiefbauvorsteherin Ruth Genner im nächsten Frühling muss und will die Partei einen ihrer beiden Sitze verteidigen. Gestern Abend entschieden die Delegierten, wen sie zusammen mit dem amtierenden Finanzvorsteher Daniel Leupi in den Wahlkampf schicken will.

In einem Fotofinish setzte sich der Fraktionschef der Partei im Gemeinderat, Markus Knauss, durch. Er erhielt im zweiten Wahlgang 77 Stimmen, seine Konkurrentin, die Co-Parteipräsidentin und Gemeinderätin Karin Rykart, holte 74 Stimmen. Zur Wahl empfohlen hatte sich zudem auch Gemeinderätin Fabienne Vocat.

Knauss arbeitet seit zwanzig Jahren für den Verkehrs-Club Zürich als Co-Geschäftsführer. Bekannt wurde er vor allem durch erfolgreiche Rekurse gegen Bauprojekte, wofür ihn die einen als Held feierten, die anderen einen Verhinderer schimpften.

Das falsche Geschlecht?

Zu reden gegeben hatte Knauss’ Kandidatur unter anderen deswegen, weil damit die Grünen zwei Männer in den Stadtratswahlkampf schicken. Die Partei war bis vor vier Jahren nur mit Frauen in der städtischen Exekutive vertreten. Erste grüne Stadträtin war Monika Stocker, später gesellte sich Ruth Genner dazu.

Knauss versprach, die ökologischen Errungenschaften in der Stadt Zürich nicht nur zu verteidigen, sondern künftig aktiv mitzugestalten. Er könne über Parteigrenzen hinweg Koalitionen schliessen und mit unterschiedlichen Partnern verhandeln, sagte er in seiner Nominationsrede.

Im ersten Wahlgang hatte Knauss 68 von 156 Delegiertenstimmen geholt, Rykart 57. Auf Vocat waren 31 Stimmen entfallen, worauf diese ihre Kandidatur im Hinblick auf den zweiten Wahlgang zurückzog. Damit erfüllte sich Vocats Schicksal als Aussenseiterin. Ein paar Sympathiestimmen hatte der Oerlikerin vermutlich ihre erfrischende Präsentation eingebracht. Die Gemeinderätin, die erst seit 2010 im Amt ist, hatte mit markigen Aussagen wie: «Ich bin eine Kampfsau» und dem Versprechen auf einen originellen Wahlkampf Applaus eingeheimst. Punkto Rhetorik ging die Letztplatzierte jedenfalls deutlich als Siegerin hervor.

Auch die CVP nominierte gestern Abend, allerdings nur ihren bisherigen Stadtrat Gerold Lauber für eine weitere Amtszeit. Für die Grünliberalen soll Gemeinderat Samuel Dubno ins Rennen steigen. Die FDP wird am 3. September über die Nomination entscheiden, bekannte Kandidaturen sind bisher Nationalrat Filippo Leutenegger und Schulpräsidentin Vera Lang. Die SP wird am 9. September ihren Kandidaten bestimmen, bei den Genossen bewerben sich fünf Personen um das Amt. Gute Chancen werden den beiden Fraktionspräsidenten im Kantons- und im Gemeinderat, Raphael Golta und Min Li Marti, eingeräumt.

Die Gesamterneuerungswahl für den Stadtrat wird am 9. Februar 2014 abgehalten.

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