Dietikon
Bald ist Pride Month – weshalb am Stadthaus trotzdem keine Regenbogenfahne wehen wird

Diverse Schweizer Städte und Gemeinden hissen während des Pride Month die Regenbogenflagge, Dietikon nicht. Ein Parlamentarier wollte dies ändern – der Stadtrat lehnte ab.

LiZ
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An der Zurich Pride ist die Regenbogenflagge omnipräsent.

An der Zurich Pride ist die Regenbogenflagge omnipräsent.

Melanie Duchene / Keystone

Jeweils im Juni macht die LGBTIQ-Gemeinschaft (die Abkürzung steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Intergeschlechtlich, Queer) mit verschiedenen Aktionen auf ihre Anliegen aufmerksam. Etwa mit der Zurich Pride, dem grössten queeren Anlass der Schweiz, die Mitte Juni auf dem Zürcher Kasernenareal stattfindet. Diverse Städte und Gemeinden hissen während des sogenannten Pride Month an ihren Gebäuden die Regenbogenfahne, die der LGBTIQ-Gemeinschaft als Symbol für die Vielfalt dient.

Die Stadt Dietikon wird auch in Zukunft nicht dazu gehören, wie aus der Antwort des Stadtrats auf eine Kleine Anfrage von GLP-Gemeinderat Sven Johannsen hervorgeht. Dieser hatte in seinem Ende März eingereichten Vorstoss angeregt, die Regenbogenfahne während des Pride Month zu hissen. «Meines Erachtens wäre dies in Dietikon aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung besonders angebracht», schrieb Johannsen.

Das sieht der Stadtrat anders. Die Symbolik und die Aussage der Regenbogenfahne seien politisch.

«Die Beflaggung der städtischen Gebäude muss politisch neutral sein und darf keine Gruppierung oder Menschen bevorzugen oder diskriminieren»,

schreibt er in seiner Antwort. Grundsätzlich würden deshalb nur die hoheitlichen Flaggen der Schweiz, des Kantons Zürich und der Stadt Dietikon gehisst. Für eine städtische Veranstaltung wie das Stadtfest könne ausnahmsweise aber auch eine Fahne dieses ­Festes gehisst werden, zumal diese keine politische Aussage mache.

Wichtiger jedoch als Symbolpolitik erachtet der Stadtrat ohnehin die gelebte Toleranz im Alltag. «So stehen zum Beispiel bei der Rekrutierung von städtischem Personal selbstverständlich einzig und allein die Persönlichkeit und die Sach- und Fachkompetenz im Vordergrund, während Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion oder Herkunft keinerlei Relevanz für eine Anstellung haben.»

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