Grosse Diskussionen durften an der Delegiertenversammlung der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) keine erwartet werden. Traktandiert war neben der Jahresrechnung auch eine mögliche Stellungnahme zur Teilrevision 2018 des kantonalen Richtplans. Das Limmattal ist dabei aber nur von einer Anpassung betroffen, wie Fachplaner Heinz Schröder erklärte. Beim geplanten Honerettunnel zwischen dem Zürcher Limmattal und Mellingen fuhr der Kanton Zürich bisher zweigleisig, doch mit der Revision wurde die Ersatzvariante für ein Tunnelportal in Schlieren gestrichen. Das Portal soll nun definitiv in den Bereich des Bahnhofs Altstetten zu liegen kommen.

Schon seit längerem setzt sich die ZPL dafür ein, die Variante in Schlieren aus siedlungsplanerischen und verkehrstechnischen Gründen aus dem Richtplan zu streichen. Deshalb beantragte der Vorstand der Delegiertenversammlung am Mittwochabend, auf eine schriftliche Einwendung zur Teilrevision zu verzichten. Die Delegierten folgten einstimmig. Im Anschluss erwähnte ZPL-Präsident Roger Bachmann, dass Fachplaner Schröder die ZPL im Laufe des Jahres verlassen wird. Bald werde man Neuigkeiten zur Nachfolge kommunizieren. «Wir arbeiten mit Hochdruck daran», sagte Bachmann.

Für ein kurzes Raunen im Gemeindesaal in Dietikon sorgte an der Versammlung einzig der als Stimmenzähler eingesetzte Lucas Neff. Sein Einsatz zahlte sich umgehend aus, weil er bemerkte, dass nur 17 Stimmberechtigte anwesend waren, obwohl auf der Präsenzliste 18 Namen standen. Zusammen mit drei Nachzüglern, die kurze Zeit später ankamen, waren insgesamt 20 Stimmberechtigte anwesend.

Städte bezahlen am meisten

Auch der Rechnung, präsentiert von Vorstandsmitglied Michael Deplazes, stimmten die Delegierten einstimmig zu. 2018 hatte die ZPL einen Aufwand von 361 500 Franken – 13 000 Franken mehr als budgetiert und 3500 Franken mehr als 2017. Dank einer Rückerstattung vom Planungsdachverband Region Zürich und Umgebung, aus der Einnahmen von fast 49000 Franken resultierten, müssen die Limmattaler Zweckverbandsgemeinden Kosten von 312 500 Franken übernehmen. Diese werden basierend auf der Steuerkraft und der Bevölkerungszahl auf die elf Gemeinden des Bezirks Dietikon verteilt. Zusätzlich bezahlen alle Gemeinden sowie Bergdietikon und Spreitenbach einen Fixbetrag von 627 Franken. Am meisten steuern die Städte Dietikon (80 500 Franken) und Schlieren (61 000 Franken) bei, Aesch (6000 Franken) leistet den tiefsten Beitrag.

Nach der kompakten Versammlung referierte Consultant Esther Thiébaud über das Thema Standortentwicklung am Beispiel des urnerischen Schattdorfs. Dabei vertiefte sie auch den unterstützenden Einsatz von 3D-Modellen. Anschliessend demonstrierten Jasmina Ritz, Geschäftsführerin Limmatstadt AG, und Matthias Knuser, Geschäftsleiter Raumgleiter AG, das 3D-Modell des Limmattals. Sie zeigten auf anschauliche Weise, wie das geplante Dietiker Quartier Niderfeld oder die Idee einer Hochbahn über den Rangierbahnhof dereinst aussehen könnten.