Dietikon

Wenige Sätze mit ganz viel Wirkung: Fünf Dietikerinnen und Dietiker erinnern sich an früher

Ein Zeitdokument für Dietikon und seine Bewohner.

Im Dokumentarfilm «Dietikon gestern und heute» beschreiben fünf Senioren im hohen Alter ihr früheres Leben.

Das Erlebte von damals ist die Erinnerung von heute. Von ihrem Erlebten berichteten fünf Dietikerinnen und Dietiker im hohen Alter, die im Alters- und Gesundheitszentrum Ruggacker zu Hause sind, im Dokumentarfilm «Dietikon gestern und heute». Dieser wurde am Samstag im Gemeinderatssaal im Stadthaus Dietikon gezeigt. Ein solches Zeitdokument sei auf seiner Pendenzenliste gewesen, sagte der vor kurzem pensionierte Leiter des Alterszentrums Christoph Schwemmer. «Es ist lässig, ich freue mich und bin froh um die Professionalität», meinte er. Er selbst habe auch viel über das Produzieren eines Filmes gelernt und vor allem gesehen, wie lange dies dauern kann.

Im Kurzfilm enthalten die meisten Szenen nur wenige Sätze der Senioren, lassen aber vergangene Zeiten wieder aufleben. So spricht Hedy Kegele über das Färberhüsli, während ihr Cousin Oswald Grendelmeier sich an den uralten Bauernhof des Grossvaters erinnern mag. Über ihre Kindheitserinnerungen an den Künstler Bruno Weber berichtet Nelly Blocher, Mariann Gloor über den Platz an der Bühl-Strasse, und Werner Scholian nimmt einen auf eine Wanderung zum Egelsee mit. Viele im Publikum dürften sich an einzelne Beschreibungen erinnert haben, weil sie ähnliche Erinnerungen haben und nun selbst im Alters- und Gesundheitszentrum wohnen. So auch Margret Wintsch: Der Film habe ihr sehr gut gefallen und sie auch berührt, meinte sie.

Ortsmuseum war Schauplatz

Für die Umsetzung wurde die Filmproduktionsfirma Unico Film aus Zürich ins Boot geholt: «Die Dauer von rund 20 Minuten war eigens für den Spannungsbogen gewählt worden», erklärte Nico Gutmann, der sich um den Schnitt kümmerte. «Ich habe Dietikon nicht gut gekannt, und so war ich gespannt und auch offen dafür, worüber im Film berichtet würde», sagte er. Das Schönste an einem solchen Projekt sei die erste Phase der Ideenplanung, um dann in der zweiten Phase zu sehen, ob der Plan im Drehbuch aufging. Es gäbe genügend Material, um noch mehr Vergangenes ins Heute zu holen, sagt er. Man könne Christoph Schwemmer ein Kränzchen für eine tolle Zusammenarbeit winden, und er habe auch stets betont, dass es die fünf Senioren sind, die den Film machen, sagte Regula Stauber, Leiterin des Ortsmuseums Dietikon. Sie konnte mit sortiertem Bildmaterial einen wichtigen Teil zum Erfolg beitragen. Zudem spielt sich ein Teil des Filmes im Ortsmuseum ab. Ebenso in der Taverne zur Krone als weiteren wichtigen Schauplatz von Dietikon.

«Der Film ist abwechslungsreich und informativ», äusserte sich Heinz Fischer. Er beteiligte sich freiwillig am Film und ist auch ehrenamtlich im Altersheim tätig. Die Motivation für sein Engagement sieht er in der notwendigen Unterstützung für Menschen im hohen Alter sowie in der Unterstützung für das Personal: «Es heisst immer, man soll gesund bleiben, und dafür leiste ich auch einen Beitrag.» Oft sei das Erzählenlassen auch in seiner freiwilligen Arbeit wichtig, sagt er.

Man solle zufrieden sein

Was es in Dietikon brauche, fragte Schwemmer die fünf Senioren zum Schluss: «Ein nettes Café», meinte Nelly Blocher. Kegele hat die Devise, man solle zufrieden sein, und Mariann Gloor sagte: «Wenn ich samstags nicht auf dem Markt war, ist für mich schlicht noch nicht Samstag.» Dietikon sei für sie noch immer ein Dorf. «Wenn ich was zu sagen habe, dann rede ich, wenn nicht, dann lasse ich es bleiben. Zwar hatte ich keine Erfahrung, aber auch kein Problem damit, vor die Kamera zu treten», sagte Oswald Grendelmeier zu seinem Auftritt im Film.

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