Hiestand

Von Schlieren aus fahren die SBB-Gipfeli in die ganze Schweiz

Firma Hiestand

Seit Mitte September beliefert die Firma Hiestand aus Schlieren als SBB-Depots mit Gipfeli. (Archiv)

Firma Hiestand

Die SBB sehen von regionalen Bäckereien ab und setzen auf den zentralen Gipfeli-Lieferanten Hiestand. Seit Mitte September beliefert der Frischedienst von Schlieren aus die gesamte Schweiz.

Auf eine Vielzahl von regionalen Bäckereien, welche seit Jahren frühmorgens die Gipfeli in die SBB-Depots der 90 Speisewagen brachten, folgt nun ein zentraler und nationaler Lieferant. Von Schlieren aus beliefert der Brot- und Bäckerei-Lieferant Hiestand seit Mitte September die SBB-Standorte Zürich, Basel, Bern und Luzern mit seiner eigenen Logistik. Neun weitere Depots, darunter Genf und Lugano, fährt Hiestand  mithilfe eines Logistikunternehmens an.

Damit das zentrale Liefersystem seine Gipfeli zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat, müssen von Schlieren bis nach Genf rund 270 Kiloemter, bis nach Lugano rund 210 Kilometer zurückgelegt werden. Trotz dieser langen Lieferwege könne Hiestand mit der SBB-Gipfeli-Lieferung seine Fahrzeuge zusätzlich auslasten, wie Andreas Koller, Leiter des Hiestand-Frischdienstes, gegenüber "20 Minuten" sagt. "Sowohl der Hiestand-Frischdienst als auch der Nacht-Frischelogistiker verfügen über eine effiziente Logistik. Für die Ausführung des SBB-Auftrages sind keine Zusatzfahrten nötig", so Koller. 

Dem Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verband ist der Entscheid der SBB nur auf einen nationalen Lieferanten zu setzen ein Dorn im Auge. Laut Verbandsdirektor Urs Wellauer seien in der Schweiz nur ganz wenige Bäckerein in der Lage einen derart grossen Auftrag, der alle SBB-Depots in der Schweiz umfasse, zu erfüllen. Während die SBB ihren Entscheid damit begründen, dass sie aus Qualitätsgründen in allen Speisewagen und Minibars zu einem einheitlichen Standard anbieten wollen, kritisiert  Wellauer das Vorgehen der SBB als Vorwand: "Für die SBB ist es einfacher, mit nur einem Lieferanten zu verhandeln und so die Bedingungen zu stellen." 

Grund für diese Kritik liefert die Auftragsvergabe der SBB. Hiestand hat die Möglichkeit, für den Auftrag ein Angebot abzugeben, auf Einladung hin erhalten. Eine öffentliche Ausschreibung hat nicht stattgefunden. Laut Gesetz müssen die SBB lediglich drei Angebote einholen, sofern dies möglich ist. Über das Auftragsvolumen für Hiestand behalten die SBB stillschweigen. Lediglich bekannt ist, dass der Vertrag mit dem Frischdienst aus Schlieren bis 2018 dauert. Laut Bestimmungen der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen aber dürfte der Hiestand-Auftrag zwischen 50'000 und 640'000 Franken gross sein. (GIU)

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