Islam

Verfemung von Muslimen: «Wer sich nicht wehrt, wird feige und manipulierbar»

In ihrer Samstagsausgabe widmet sich die «Limmattaler Zeitung» dem Islam. Für einmal soll der Fokus nicht auf dem Ausnahmefall, wie er bei Anschlägen und Demonstrationen thematisiert wird, liegen – sondern nahe bei den Menschen: Der Islam im Alltag.

Die Diskussion über Muslime wird in der Schweiz immer gereizter, erneut nach den Anschlägen von Paris. Das beobachten muslimische Verbände mit Sorge.

Doch auch Markus Notter, der Präsident der Gesellschaft für Minderheiten in der Schweiz, warnt im Interview mit der «Limmattaler Zeitung»: „Wie man mit den Muslimen umgeht, geht man irgendwann auch mit den Juden, den Schwarzen, den Sans-Papiers um. Auch Sozialhilfeempfänger trifft dieser Druck, der zurzeit gegen Abweichende, gegen sozial Schwächere aufgesetzt wird.“

Notter spricht von einer politischen Masche, die gut funktioniere – doch letztlich schade sie der Gesellschaft: „Das schafft eine Stimmung, in der niemand wagt, zu protestieren. Wer sich nicht dagegen wehrt, wenn Minderheiten dermassen verfemt werden, wird feige – und manipulierbar. Deshalb muss man sich für Respekt und Anstand gegenüber Minderheiten einsetzen.“ Notter ruft zu mehr Gelassenheit auf im Umgang mit Muslimen auf.

Die «Limmattaler Zeitung» widmet ihre Samstagsausgabe den Muslimen in der Schweiz. Wo während der Attentate Themenseiten zum Spezialfall entstanden sind, steht diesmal der Normalfall im Vordergrund: „Islam im Alltag“ ist die Ausgabe getitelt. Zu Wort kommen Belkis Osman (Vize-Präsidentin der Vereinigung islamischer Organisationen Zürich), Rifa'at Lenzin (freischaffende Islamwissenschaftlerin und Publizistin), sowie Markus Notter (Präsident der Gesellschaft für Minderheiten).

Eine türkische Familie aus Dietikon erzählt ihre Geschichte und eine Muslimin über ihr Studium der Betriebswirtschaft und Politologie. Es gibt weitere Themen und viel Wissenswertes.

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