Dietikon

Übergangslösung fürs Limmatfeld: Provisorische Schulanlage für acht Jahre soll 2021 stehen

Eine Turnhalle, zwei Pavillon, eine Tagesschule: Die Stadt plant auf dem unbebauten Hunziker-Areal eine provisorische Schulanlage.

Die Stadt Dietikon benötigt mehr Schulraum. Bis die Stadt neue Schulhäuser errichtet hat, soll auf dem Hunziker-Areal eine Übergangslösung errichtet werden.

Der neue Dietiker Stadtteil Limmatfeld ist praktisch fertiggebaut. Doch noch fehlt ein Schulhaus. Beim Standort Stierenmatt kam es wegen Einsprachen zu Verzögerungen. Derzeit geht der Stadtrat davon aus, dass die Schulanlage dort – sofern der Planungs- Bewilligungs- und Bauprozess plangemäss verläuft – in etwa im Sommer 2028 bezugsbereit ist.

Bis die neue Schulanlage, die als Tagesschule Raum für zwölf Primarschulklassen bietet sowie über zwei Turnhallen verfügt, erstellt sein wird, braucht es eine Übergangslösung, schreibt der Stadtrat in seinem Kreditantrag. Die heute rund 80 Kindergartenkinder könnten zwar im neuen Stadtteil zum Unterricht gehen. Doch die 90 Primar- und Sekundarschüler müssten ins Zentral und Steinmürli beziehungsweise ins Zentral und Luberzen gehen. Der Schulweg sei damit relativ lang, was insbesondere für die Unterstufenschüler eine Belastung darstelle.

Im Sommer 2021 soll die Anlage bereits stehen

Nachdem der Stadtrat mit allen infrage kommenden Grund- und Immobilieneigentümern im Limmatfeld Gespräche geführt hat, kann er nun eine Lösung präsentieren. Er will eine temporäre Schulanlage auf dem Hunziker-Areal erstellen. Sofern das Stimmvolk zustimmt, soll die Stadt die unbebaute Fläche im Baurecht für acht Jahre übernehmen, wobei gemäss Vertrag eine einmalige Verlängerung um zwei Jahre möglich wäre.

Auf dem rund 3175 Quadratmeter grosse Areal, das vom Werkgebäude der Hunziker AG, dem Unterwasserkanal und Karl-Heid-Strasse begrenzt ist, sieht der Stadtrat den Bau einer temporären Turnhalle sowie die Errichtung zwei dreigeschossiger «Dietiker Schulpavillons» mit je sechs Klassenzimmern vor.

Die Kosten für das kurzlebige Schulhaus werden auf 15,7 Millionen Franken veranschlagt. Der Grossteil – 12,5 Millionen – entfallen auf den eigentlichen Bau. Hinzu kommt ein jährlicher Baurechtszins für die Nutzung des Hunziker-Areals von 198 000 Franken, was sich über acht Jahre auf 1,6 Millionen Franken summiert. Weitere 1,6 Millionen Franken werden am Ende der Schulhauszeit für den Abbruch und die Wiederherstellung des Areals benötigt. Da der Stadtrat an seiner Sitzung vom 16. September einen Planungskredit über 200 000 Franken bewilligt, haben das Stadtparlament und die Stimmberechtigten damit über einen Kredit von 15,5 Millionen zu befinden.

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Die temporäre Schulanlage auf dem Hunziker-Areal soll bereits auf das Schuljahr 2021/2022 eröffnet werden. Deshalb soll das Stadtparlament das Vorhaben am 6. Februar 2020 beraten. In der Folge könnten die Stimmberechtigten am 17. Mai 2020 an der Urne über den Schulhaus-Kredit befinden. Danach sollten sich in dreizehneinhalb Monaten die ersten beiden der neu entwickelten «Dietiker Pavillons» herstellen sowie die temporäre Turnhalle bauen lassen.

Der Stadtrat zeigt sich von seiner Vorlage überzeugt: «Mit der temporären Schuleinheit Hunziker-Areal kann der dringend benötigte Schulraum dort, wo die Kinder wohnen, geschaffen werden.» Bei einer Ablehnung des Kreditantrages müsste der Schulraum auf städtischen Flächen – etwa beim Zelgliplatz oder hinter dem Tennisplatz Allmend – erstellt werden. Dann müssten die Kinder je nach Wohnort allenfalls zur Schule gefahren werden. Dies würde Transferverkehr und hohe «Taxi-Kosten» auslösen, schreibt der Stadtrat. Dies könnte «sicher nicht als nachhaltig bezeichnet werden.»

Ein Pilotprojekt in der temporären Anlage

In der auf acht oder maximal zehn Jahre befristeten Anlage will die Dietiker Schule auch ein Pilotprojekt wagen. Sie beabsichtigt, diese als Tagesschule zu führen. «Bereits heute ist der Bedarf an ausserschulischer Betreuung mit 38 von 170 Schülern aus dem Limmatfeld hoch», heisst es im Antrag. Zudem sei eine neu gegründete Schuleinheit auch ideal, um ein solches Pilotprojekt einzuführen und erste wertvolle Erfahrungen zu machen.

«Auch aus pädagogischer Sicht hat die Schule Dietikon ein grosses Interesse am Aufbau der ersten Tagesschule in der Stadt.» Die temporäre Hunziker-Schule soll als neue Schuleinheit «Stierenmatt» eröffnet werden; damit gäbe es in Dietikon neu sechs Schulkreise.

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