Lehrstellensuche

Trotz der Coronakrise: Die Jugendlichen halten bei der Lehrstellensuche an ihren Präferenzen fest

Die Lehrstellensuche gestaltet sich für viele Jugendliche in diesem Jahr schwieriger als sonst. DIe Coronkrise führt überall zur Streichung von Stellen.

Die Lehrstellensuche gestaltet sich für viele Jugendliche in diesem Jahr schwieriger als sonst. DIe Coronkrise führt überall zur Streichung von Stellen.

Weiterhin hat die Berufslehre einen hohen Stellenwert. So entschieden sich im Sommer des vergangenen Jahres 49% aller SchulabgängerInnen für eine Lehre. Stets beliebt sind die Berufe Kaufmann/-frau und Detailhandelsfachmann/-frau. Trotz der durch die Coronakrise bedingte schwere Lage halten die Jugendlichen an ihren Präferenzen fest.

Die Coronakrise hat starken Einfluss auf den Lehrstellenmarkt. Laut einer Erhebung des LehrstellenPulses gehen 2.1% (5.2% im April) der Lehrstellen vermutlich verloren. 2.7% (2.8% im April) der Lehrstellen sind bereits aufgrund der Coronakrise gestrichen worden. Immerhin wären 17% der befragten Betriebe dazu bereit, zusätzliche Lernende aufzunehmen. Die entsprechenden Daten werden von der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit der Lehrstellenplattform Yousty laufend erhoben.

Dies schreibt Yousty, die grösste Lehrstellenbörse der Schweiz, in einer am Freitag verschickten Medienmitteilung. Von der aktuellen Lage betroffen sind tausende Schülerinnen und Schüler, welche derzeit das letzte obligatorische Schuljahr absolvieren. Laut Bundesamt für Statistik wagen in diesem Spätsommer insgesamt 81'359 Jugendliche nach dem Abschluss der Schulzeit ihren ersten Karriereschritt. Dazu kommen um die 10'000 Jugendliche, die zuvor ein Brückenjahr oder verschiedene Praktika absolviert haben. Für das Jahr 2020 sind insgesamt 11'892 (Stand 11.06.2020) Lehrstellen auf der Zürcher Plattform ausgeschrieben.

Im Kanton Zürich selbst sind derzeit 1708 freie Lehrstellen (Stand 04.06.2020) zu vergeben. Mit massivem Abstand werden im Bereich Kaufmann/-frau am meisten Lehrlinge gesucht. Dahinter folgt der Detailhandel und die Coiffeure/-eusen. Besonders Mühe bei der Suche nach Lehrlingen hat die Elektrobranche. So bleibt der KV-Bereich wie schon im Jahr 2019 weiterhin beliebt. Auch der Beruf Fachmann/-frau Betreuung erfreut sich einer grosser Nachfrage. Den Detailhandel auf den vierten Platz verdrängt hat in diesem Jahr der Beruf Informatiker/in EFZ.

Fast 50% weniger Schnupperbewerbungen verschickt

Normalerweise ist das Frühjahr High Season für Schnupperlernende. Durch die Coronakrise wurde aber fast überall auf Schnupperlehren verzichtet. So wurden im März und April lediglich 2247 Schnupperbewerbungen über yousty.ch versendet. Im vergangenen Jahr waren es zu dieser Zeit noch 4'226 Bewerbungen, was einem Einbruch von - 46,83 Prozent gleichkommt. Viele Firmen wichen damals auf das Online-Schnuppern aus. In Videos werden so die verschiedenen Berufe vorgestellt, um den Jugendlichen ein Kennenlernen der Branche zu ermöglichen.

Den Jugendlichen wird empfohlen, sich anhand dieser Videos, Bildmaterial und Texten über die Berufe zu informieren. Urs Casty, Gründer von yousty.ch, empfiehlt: "Der Verweis auf das Online-Schnuppern in der Bewerbung zeigt, dass sich dieJugendlichen bemüht haben, Beruf und Betrieb auch unter erschwerten Umständen besser kennenzulernen und sollte daher im Bewerbungsschreiben erwähnt werden." (lga)

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