Mein Ding: Tierpflege

Tierschutz liegt ihr am Herzen: Mirjam Spring sorgt für die Bewohner des Chrüzachers

Bei Mirjam Spring werden die Esel und Pferde ganz zahm.

Bei Mirjam Spring werden die Esel und Pferde ganz zahm.

Seit über 20 Jahren ist sie in der Dietiker Freizeitanlage tätig. Bei der Arbeit mit den Tieren kann sie Energie loswerden.

Seit über 20 Jahren ist Mirjam Spring in der Dietiker Freizeitanlage Chrüzacher als Tierpflegerin und Reitpädagogin tätig. Für sie ist die Arbeit draussen mit den Tieren und Kindern ein wahrgewordener Traum: «Ich liebe es, dass ich im Chrüzacher selber etwas auf die Beine stellen kann», sagt sie. In ihrer Kindheit habe sie viel Zeit im Gemeinschaftszentrum Heuried in Zürich verbracht. «Der Stall hat mir in schwierigen Zeiten Halt gegeben», erzählt sie. Daher sei für sie klar gewesen, dass sie als Tierpflegerin arbeiten möchte, auch wenn ihr geraten wurde, das Gymnasium zu besuchen. «Im Bündnerland konnte ich eine Lehre als Tierpflegerin und Tierarzthelferin absolvieren.»

Springs Tätigkeiten im Chrüzacher sind vielfältig: Das Füttern, Ausmisten und Trainieren der Tiere gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Betreuung der Kinder, die im Chrüzacher in fest eingeteilten Gruppen bei der Tierpflege mithelfen. Sie bietet auch Ferienkurse und Reitunterricht an. Besonders wichtig sei ihr dabei stets der Tierschutz: «Ich will den Kindern den richtigen Umgang mit den Tieren beibringen, indem sie selber anpacken müssen», sagt sie. Daher dürfen die Kinder bei ihr nicht nur aufs Pferd sitzen und losreiten, sondern müssen sich auch die Zeit nehmen, das Tier selber vorzubereiten.

Doch der Chrüzacher ist nicht ihr einziger Arbeitsort: Neben ihrem 70-Prozent-Pensum in Dietikon arbeitet sie auch zu 30 Prozent für die Sozialwerke Pfarrer Sieber als Leiterin des Projekts Gassentierarzt. So lehrt sie Menschen, die auf der Strasse leben, zum Beispiel, wie sie richtig mit ihren Hunden umgehen können. «Das ist teilweise schwierig, weil diese Leute oftmals selber viel Gewalt erlebt haben», erzählt sie. Die Arbeit im Chrüzacher sei für sie ein Ausgleich zur Gassenarbeit. «Im Chrüzacher kann ich meine Energie loswerden», sagt sie.

Auch zu Hause ist sie von Tieren umgeben

Die in Hausen am Albis wohnhafte Spring ist auch privat ständig von Tieren umgeben. Auf ihrem Hof leben zwei Maultiere, zwei Esel, ihr Hund und ihre Katze mit ihr. Ihre Verbindung zum Chrüzacher reicht weit zurück: «Jeden Sonntag habe ich als Kind meine Grossmutter besucht, die im Limmattal wohnte. Ein Ausflug in den Chrüzacher zum Lama Pedro und den Ponys hat oft dazugehört.»

«Es ist schön, zu sehen, wenn Kinder Gelerntes umsetzen und sich zum Beispiel auf dem Schulweg gegen Tierquälerei einsetzen», sagt Spring. Der beste Teil ihrer Arbeit sei es, den Kindern Wissen zu vermitteln und sie für ihren weiteren Lebensweg zu stärken. «Durch die Arbeit mit den Tieren kommt man auch näher zu sich selber», sagt sie. Zudem wolle sie den Kindern Teamgeist und Vertrauen mit auf den Weg geben.

Spring möchte auch nach 20 Jahren noch lange im Chrüzacher bleiben. «In Zukunft würde ich gerne mehr mit Wildtieren arbeiten, sie mit den Kindern pflegen und dann wieder auswildern», sagt sie. «Und von einem eigenen Gnadenhof träume ich auch.»

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