Wohnen

Selbstversorger-Häuser werden umfassend saniert – Mieter müssen Wohnungen verlassen

Der Stadtrat will 13 Einfamilienhäuser am Aemmerliweg umfassend instandsetzen.

Für 11,7 Millionen Franken wird die sogenannte «Arbeitslosen- und Selbstversorgersiedlung» in Schwamendingen saniert. Den Mietern wurde bereits gekündigt.

Die städtische Wohnsiedlung Au in Schwamendingen ist während der Wirtschaftskrise in den 1930er-Jahren entstanden. Sie umfasst 17 zweigeschossige Einfamilienhäuser mit jeweils vier Zimmern, einem Schopfanbau und eine Gartenfläche von 12 bis 16 Aren. Architekt Georg Seger bezeichnete sein Projekt als «Arbeitslosen- und Selbstversorgersiedlung». Die Bewohner sollten hier selber Gemüse und Früchte anbauen und Kleintiere halten. Die Wohnsiedlung Au blieb in der Stadt Zürich das einzige Beispiel, bei dem Wohnen und Selbstversorgung derart konsequent miteinander verbunden wurden. Die Gebäude und Aussenanlagen sind im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte aufgeführt.

Der Zustand der Bauten ist gemäss einer Mitteilung des Zürcher Stadtrates schlecht. Auch der Wärmeverlust ist wegen der fehlenden Dämmung gross. Und bei erhöhtem Grundwasserstand dringt Wasser in die Keller ein. Schliesslich sind auch die Gärten gemäss der Mitteilung stark vernachlässigt.

Der Stadtrat will nun 13 der 17 Einfamilienhäuser – jene am Aemmerliweg 6 bis 30 – umfassend instandsetzen. Es sollen unter anderem die Küchen und Bäder erneuert und die Gärten saniert werden. Er hat dafür einen Kredit von 11,7 Millionen Franken gesprochen. Die vier weiteren Häuser der Siedlung sollen dereinst, wenn sie aus dem Inventar entlassen sind, einem Neubau weichen.

Da die Häuser in einem unbewohnten Zustand saniert werden müssen, hat die Stadt den Mieterinnen und Mietern per März 2019 gekündigt. Einige von ihnen haben diese Kündigung angefochten, woraufhin die Schlichtungsbehörde eine Mieterstreckung von anderthalb Jahren gewährte. Der ursprünglich für September 2019 vorgesehene Baustart verzögert sich gemäss des Stadtrates deshalb um ein Jahr. Er geht nun davon aus, dass die Arbeiten im Oktober 2020 beginnen und Ende 2021 beendet sein werden.

Die Mietzinse werden nach dem Modell der Kostenmiete berechnet. Für ein Einfamilienhaus samt grosszügigem Umschwung ergibt sich gemäss der Mitteilung eine Nettomiete von gut 1900 Franken. (og)

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