FC Dietikon
Wenn Fussballer fremdgehen

Spieler des FC Dietikon erzählen von ihren Lieblingssportarten abseits des grünen Rasens.

Florian Schmitz
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Beim Training des FC Dietikon, Primework Arena, Dornau

Beim Training des FC Dietikon, Primework Arena, Dornau

Florian Schmitz

Dank ihrer Athletik und Fitness sind ambitionierte Sportler oft nicht nur in ihrer eigenen Disziplin talentiert. Viele versuchen sich auch gerne in Sportarten abseits ihrer eigenen. Andere wiederum bevorzugen als Ausgleich eine passivere Rolle und schauen lieber anderen Menschen zu, wie sie in ihrem Sport alles geben, oder nehmen den Controller in die Hand und bewegen andere Sportler virtuell.

Viele Fussballprofis spielen selbst auch gerne Fifa an der Konsole. Auch bei den Spielern des FC Dietikon sind die sportlichen Interessen abseits von Fussball breit gefächert. Die Limmattaler Zeitung hat sich beim Training umgehört (siehe unten). Und der Klub begibt sich am nächsten Freitag als Organisator selbst auf fremdes Terrain – den Golfclub in Unterengstringen.

1. FCD Charity-Golfturnier

12. Mai 2017, 9 Uhr Golfclub Unterengstringen

Die Idee, für Sponsoren und Gönner ein Golfturnier als Wohltätigkeitsanlass durchzuführen, entstand aus der Gönnerorganisation «FCD 2000 plus». «Wir haben uns gesagt: Komm, wir versuchen mal, ein Golfturnier auf die Beine zu stellen», sagt Christian Müller, Verantwortlicher für PR und Marketing beim FCD. Also machte sich ein eigens für das Turnier zusammengestelltes Organisationskomitee an die Vorbereitung.

Geld soll Spielern zugutekommen

Rund 30 Personen haben sich zum Golfen angemeldet, zum anschliessenden Abendessen noch mal deutlich mehr. Die FCD-Spieler betätigen sich sportlich zwar aber lieber anderwertig, aber Klubpräsident Thomas Roth wird den Schläger am Freitag selbst in die Hand nehmen. Wird der Anlass für den FC Dietikon zum Erfolg, und darauf deutet im Moment vieles hin, dann wird es ziemlich sicher nicht beim einmaligen Golfturnier bleiben. Den Erlös will der FC Dietikon mit Fokus auf die Jugend und die erste Mannschaft einsetzen, konkrete Projekte gibt es derzeit aber nicht.

Vincenzo Luca Merendino Spielt er nicht selbst Fussball, schaut Vincenzo Luca Merendino am liebsten anderen Athleten bei ihren Höchstleistungen zu. Der FCD-Stürmer verfolgt diverse Sportarten als Zuschauer. «Wenn etwa der Super Bowl ansteht, finde ich es spannend, den Footballspielern zuzuschauen, wie sie leidenschaftlich alles geben. Auch wenn ich nicht alle Details und Regeln verstehe», sagt der 20-Jährige. Abgesehen von Fussball schaut Merendino am liebsten Tennis. Bei den epischen Duellen zwischen Roger Federer und Rafael Nadal fieberte er oft mit Familie und Freunden vor dem Fernseher mit. Live ist er regelmässig in Schweizer Fussballstadien anzutreffen. Schon früh entdeckte er die Faszination dafür, Sport vom Sofa aus zu verfolgen. Sein Vater ist schon seit langem Fussballtrainer und verfolgte abends immer die Spiele seiner Lieblingsmannschaft Inter Mailand. Der junge Luca gesellte sich dazu und fieberte mit. Seine Neugier führte dazu, dass er schnell auch andere Sportarten im Fernsehen verfolgte.
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Sven Gammel Viele junge Menschen lernen in der Schule neue Sportarten kennen. Sven Gammel entwickelte im Schulsport in der Oberstufe grosse Freude an Badminton. Während einiger Jahre spielte er jeweils einmal pro Woche über Mittag. «Badminton als Einzelsport ist für mich ein schöner Ausgleich», sagt der FCD-Goalie, der es sich gewohnt ist, auf dem Fussballplatz vor sich 10 Mitspieler zu dirigieren. Die Sportart erfordere Agilität, Schnelligkeit und gute Reflexe, was ihm liege und gefalle, sagt der 22-Jährige. Ein weiterer Vorteil von Badminton ist, dass er den Sport gut zusammen mit seiner Freundin ausüben kann. Am Wochenende gehen die beiden hin und wieder spielen. Weil sein Alltag allerdings eher stressig ist, will er sich an freien Tagen nicht immer sportlich betätigen, sondern auch einfach mal abschalten. Bereits in seiner Kindheit spielte Gammel zudem gerne Unihockey. Auch in der Schule bereitete ihm der Teamsport viel Spass.
Dragan Durovic Schon in seiner Kindheit ging Dragan Durovic gerne gemeinsam mit seinem Bruder fischen. Im ländlichen Serbien, wo er aufgewachsen ist, sei es üblich gewesen, schon in jungen Jahren mit einer Angelrute vertraut zu sein. «Fussball ist ein eher aggressiver Sport, deshalb ist Fischen ein schöner Ausgleich zum Entspannen, zur Ruhe zu kommen und die Natur zu geniessen», erklärt der FCD-Stürmer. Zweieinhalb Jahre lebt Durovic mittlerweile in der Schweiz und seither konnte er seinem Hobby nur noch sporadisch nachgehen. Neben Job und intensivem Fussballtraining bleibt nicht mehr so viel Zeit. Aber ab und zu packt er die Angelroute wieder aus, einige Male war er schon am Greifensee fischen. Ebenfalls einen willkommenen Ausgleich findet der 25-Jährige beim Billardspielen. So könne er gemütlich Zeit mit Freunden verbringen und trotzdem nebenbei seinen sportlichen Ehrgeiz ausleben. «Denn ganz ohne Wettkampf wäre es etwas langweilig», sagt er lachend.
Predrag Pribanovic Predrag Pribanovic ist ein Fan von Roter Stern Belgrad. Der Goalie mit serbischen Wurzeln interessiert sich aber nicht nur für das Fussballteam, sondern fiebert mit der gleichnamigen Basketballmannschaft mit und greift in seine Freizeit auch selbst ab und zu zum Basketball. Er verfolgt die Leistungen seiner Lieblingsmannschaft in der Euroleague – dem höchsten europäischen Basketballwettbewerb – mit grossem Interesse. In Serbien seien Ballsportarten sehr beliebt und Basketball sei hinter Fussball die Nummer zwei, sagt der 24-Jährige. Kein Wunder, denn die damalige jugoslawische Nationalmannschaft war in Europa lange eine Macht und gewann zwischen 1989 und 2001 fünf von sieben Europameisterschaften. Zwei der Leistungsträger waren Vlade Divac und Pribanovics Namensvetter Predrag Stojakovic, die zu seiner Begeisterung für den Sport beitrugen. «Alle nennen mich hier und in Serbien Peja. Es hat mir sehr imponiert, dass man ihn dank seiner Leistungen auch in den USA nur als Peja kannte und jeder wusste, wer Peja war.»

Vincenzo Luca Merendino Spielt er nicht selbst Fussball, schaut Vincenzo Luca Merendino am liebsten anderen Athleten bei ihren Höchstleistungen zu. Der FCD-Stürmer verfolgt diverse Sportarten als Zuschauer. «Wenn etwa der Super Bowl ansteht, finde ich es spannend, den Footballspielern zuzuschauen, wie sie leidenschaftlich alles geben. Auch wenn ich nicht alle Details und Regeln verstehe», sagt der 20-Jährige. Abgesehen von Fussball schaut Merendino am liebsten Tennis. Bei den epischen Duellen zwischen Roger Federer und Rafael Nadal fieberte er oft mit Familie und Freunden vor dem Fernseher mit. Live ist er regelmässig in Schweizer Fussballstadien anzutreffen. Schon früh entdeckte er die Faszination dafür, Sport vom Sofa aus zu verfolgen. Sein Vater ist schon seit langem Fussballtrainer und verfolgte abends immer die Spiele seiner Lieblingsmannschaft Inter Mailand. Der junge Luca gesellte sich dazu und fieberte mit. Seine Neugier führte dazu, dass er schnell auch andere Sportarten im Fernsehen verfolgte.

Florian Schmitz