Unihockey
Der Ball rollt endlich wieder – die etwas andere Schweizer Meisterschaft der Stockkünstler

Der UHC Üdiker Lions organisierte ein zweitägiges Unihockeyturnier für Nachwuchsteams in Urdorf – mit grossem Erfolg. Auch Teams aus Bern und dem Tessin reisten ins Limmattal.

Ruedi Burkart
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Schwupp, ein Tunnel! Der Lions-Stürmer (Mitte) düpiert seinen Tessiner Gegenspieler beim spektakulären 3:3 gegen Sementina.

Schwupp, ein Tunnel! Der Lions-Stürmer (Mitte) düpiert seinen Tessiner Gegenspieler beim spektakulären 3:3 gegen Sementina.

Ruedi Burkart

Die spezielle Unihockeysaison 2020/21 neigt sich dem Ende zu. Nur die besten zwei NLA-Klubs der Männer sind noch aktiv, es geht um die Vergabe des Meistertitels. Bleibt Rekordmeister Wiler-Ersigen die nationale Nummer 1? Oder holt sich Herausforderer Köniz den zweiten Titel nach 2018?

Diese Fragen waren den Spielerinnen und Spielern jener 21 Nachwuchsteams, welche sich am Wochenende in der Urdorfer Zentrumshalle zum ersten Kleinfeldturnier nach langer Zeit trafen, herzlich egal. Der UHC Üdiker Lions hatte gerufen, und die unihockeybegeisterten Kids mit Jahrgängen zwischen 2006 und 2013 kamen in Scharen. Teams aus Uster, Bern oder sogar aus dem Tessin lieferten sich begeisternde Duelle, die Spielfreude war jedem einzelnen Spieler deutlich anzusehen.

Keine Fans auf der Tribüne, Stimmung auf dem Feld

«Schau dir das nur an. Dieses Bild spricht für sich», meinte Jörg von Arx und blickte aus dem Foyer hinunter auf das Spielfeld. Von Arx, Gründungsmitglied der Üdiker Lions, war am Wochenende unter anderem zuständig für den reibungslosen Ablauf des Spielbetriebs. Er freute sich für alle Mädchen und Buben, die endlich wieder das tun durften, was sie in ihrer Freizeit am liebsten machen: Unihockey spielen. «Es ist eine super Stimmung hier, obwohl wir leider keine Zuschauer auf die Tribüne lassen können», so von Arx.

Gut abgeklatscht ist halb gewonnen. Die Uitiker C-Juniorinnen vor dem Anpfiff.

Gut abgeklatscht ist halb gewonnen. Die Uitiker C-Juniorinnen vor dem Anpfiff.

Ruedi Burkart

Dass es zwar eine Rangliste gab, aber weder eine Siegerehrung noch Preise für die besten Teams, war den Umständen wegen der Coronapandemie geschuldet. «Wir wollten den Kindern und Jugendlichen etwas Normalität zurückgeben. Der Wettkampf hat uns allen gefehlt», erklärte Klaus Biermann von den Uitiker Löwen. Bekanntermassen wurden die Meisterschaften der unteren Ligen und aller Nachwuchskategorien im vergangenen Herbst erst unter- und dann kurz vor Weihnachten ganz abgebrochen. Um den Nachwuchs bei der Stange respektive im Unihockey zu halten, lancierte Swiss Unihockey eine neue Plattform, auf welcher Turniere ausgeschrieben und Gegner für Einzelspiele gesucht werden können. Kurzerhand mieteten die Verantwortlichen der Üdiker Lions die Urdorfer Zentrumshalle für zwei Tage und schrieben total sieben Turniere aus.

Zufrieden mit dem Turnier: Lions-Vorstandsmitglied Klaus Biermann.

Zufrieden mit dem Turnier: Lions-Vorstandsmitglied Klaus Biermann.

Ruedi Burkart

Der UHC Üdiker Lions ist ein junger Verein. Am 14. April 2014 hoben Jörg von Arx, Roland Zenoni und Adrian Aschwanden den Klub aus der Taufe und können seither auf zahlreiche ehrenamtliche Helfer zählen. Die Sportart Unihockey boomt weiterhin, und so wächst auch der Verein aus Uitikon munter weiter. «Aktuell zählen wir etwas über 100 Junioren und Juniorinnen sowie rund 30 Aktivmitglieder», sagt Biermann. Die Löwen stellen sechs Nachwuchsteams in den jüngsten Kategorien. Alle spielen – auch aus Mangel an einer Dreifachturnhalle in Uitikon – auf dem Kleinfeld. Biermann sagt:

«Die Hallensituation in unserer Gemeinde ist tatsächlich herausfordernd. Aber wir schaffen es immer wieder gemeinsam mit unserer Gemeinde und der Schulbehörde, Lösungen zu finden und ein regelmässiges Training auf die Beine zu stellen.»

Umso grösser sei natürlich die Freude, dass man in zwei bis drei Jahren hoffentlich eine neue Dreifachturnhalle zur Verfügung haben werde. Aber auch während der Bauphase werde das geplante grössere Provisorium etwas mehr Flexibilität bieten.

Wegen Personalmangels noch kein Thema ist die Gründung einer A-Juniorenmannschaft, in der Akteure im Alter von 18 bis 20 Jahren spielen. Eine Aktivmannschaft wird man frühestens für die übernächste Saison für den offiziellen Spielbetrieb auf dem Kleinfeld anmelden können.