Schlieren
Songül Viridén beanstandet fehlenden Schwimmunterricht und fordert eigenes Hallenbad für Schlieren

Die GLP-Gemeinderätin will vom Stadtrat wissen, ob die Schlieremer Kinder bald wieder uneingeschränkt schwimmen können. Es ist bereits der zweite diesbezügliche Vorstoss ihrer Partei.

Lukas Elser
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Das Schlieremer Schwimmangebot ist beschränkt. Im Bild ist das Freibad im Moos zu sehen.

Das Schlieremer Schwimmangebot ist beschränkt. Im Bild ist das Freibad im Moos zu sehen.

Colin Frei

Die Badelust kann den Kindern in Schlieren schon einmal vergehen. Die Limmat ist zum Schwimmenlernen denkbar ungeeignet, ein eigenes Hallenbad gibt es in der Stadt nicht und, als wäre das nicht schon genug, in der Pandemiezeit wurden schulische Schwimmlektionen wegen Corona gestrichen.

Die Schlieremer GLP fordert seit längerem Lösungsvorschläge. Bereits im ersten Lockdown gelangte Gemeinderat Henry Jager mit einer Kleinen Anfrage an den Stadtrat. Anlass war der Umstand, dass die Schlieremer Kinder das Hallenbad Urdorf aufgrund der damaligen Coronabestimmungen nicht mehr benutzen durften.

Zudem verlangte der GLP-Gemeinderat einen Ausweg aus dem Problem unabhängig von Corona. Er forderte eine «stabile Lösung». Langfristig dürfe Schlieren in Sachen Schwimmunterricht nicht mehr von Dritten abhängig sein.

Angewiesen auf Unterstützung der Gemeinde Urdorf

Da die Stadt Schlieren nur über ein Freibad verfügt, kann sie das Schulschwimmen ganzjährig nur dann gewährleisten, wenn sie auf andere Gemeinden zurückgreift. Vor der Coronazeit benutzen die Schüler im Winter das Hallenbad Urdorf und im Sommer das stadteigene Freibad im Moos.

Das Hallenbad Urdorf wird auch von Schlieremern benutzt.

Das Hallenbad Urdorf wird auch von Schlieremern benutzt.

Severin Bigler

Der Wunsch nach einem breiteren Angebot ist offenbar klein. So verzichtete die Stadt bei der Planung des Schulhauses Reitmen im Jahr 2013 aus Spargründen auf den Bau eines Lernschwimmbeckens. Der Entscheid des Stadtrats kam damals durchs Band ausgesprochen gut bei den Parteien an. Sie bezeichneten ihn als «weise, vernünftig und bescheiden». Und sie sahen ihn auch im Sinne der umliegenden Gemeinden, weil diese so ihre eigenen Schwimmanlagen besser auslasten könnten.

Songül Viridén fordert mehr Engagement

Jagers Parteikollegin Songül Viridén hakt jetzt mit einer weiteren Kleinen Anfrage nach. Darin fragt die GLP-Gemeinderätin:

«Ist der Stadtrat bereit, sich zum Beispiel im zukünftig geplanten Neubau Vitis für ein Lernschwimmbecken stark zu machen?»

Das Vitis-Tennissportzentrum muss per 2023 seine angestammte Halle am Bahnhof Schlieren verlassen. Das Unternehmen plant einen Ersatzneubau etwas weiter östlich neben den Juchhof-Fussballplätzen.

Der Parlamentarierin Songül Viridén zufolge hat sich die Situation rund um den Schwimmunterricht seit der Pandemie verschärft. Von März 2020 bis Mai 2021 sei den Schlieremer Kindern gar kein Schwimmunterricht erteilt worden.

In den letzten zwei Monaten des vergangenen Schuljahres seien sie dann zwar wieder unterrichtet worden. Doch wegen diverser Ausfälle, namentlich wegen schlechten Wetters, Ausflügen und Krankheiten, hätten die Kinder übers ganze Schuljahr gesehen nur ein- bis dreimal Schwimmunterricht erhalten.

Darüber hinaus seien viele Kurse wegen des begrenzten Angebots überbucht, wie Viridén gegenüber der «Limmattaler Zeitung» betont. Gesamthaft gesehen schätzt die Politikerin, dass aufgrund dieser Situation jetzt «mindestens ein Jahrgang» der Kinder gar nicht schwimmen gelernt habe.

Können die Kinder bald wieder zurück ins Hallenbad?

Können die Kinder bald wieder zurück ins Hallenbad?

Themenbild: Benjamin Manser

Viridén verlangt deshalb vom Stadtrat exakte Angaben zu den Schwimmunterrichtseinheiten in der massgeblichen Zeit. Sie will weiter wissen, ob die Kinder in diesem Winter wieder nach Urdorf gehen können. Sie fragt, ob man sie nachträglich unterrichten kann, beispielsweise über Freizeitkurse, die am Mittwoch oder am Samstag stattfinden, oder ob man den Eltern als Alternative fürs Schwimmen Gutscheine aushändigen kann. Und sie will den langfristigen Plan des Stadtrats erfahren.

Dass sich die Situation grundlegend ändert, ist derweil unwahrscheinlich. So hat der Stadtrat bereits im Rahmen der Antwort auf die Frage von Henry Jager gesagt: «Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Stadt kurz- oder mittelfristig über ein Hallenbad verfügen wird.»

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