Regionale 2025
Maja Bartholet macht jetzt das Limmattal zu ihrem Revier

Seit einigen Monaten ist die ehemalige Zürcher Stadtpolizistin Maja Bartholet Kommunikationsleiterin bei der Regionale 2025.

Céline Geneviève Sallustio
Merken
Drucken
Teilen
«In den Abgrund der Gesellschaft gesehen»: Maja Bartholet.

«In den Abgrund der Gesellschaft gesehen»: Maja Bartholet.

zvg

Gehört der Zürcher Kreis 9 zur Region Limmattal? Maja Bartholet beantwortet diese Frage mit «Ja». Sie weiss, dass diese Aussage heute nicht mehr alle unterzeichnen würden. Bartholet wuchs in Altstetten auf, «am obersten Zipfel des Limmattals», wie sie sagt. Das Tal weckt bei der 32-Jährigen Heimat­gefühle. Während ihrer Kindheit hat sie im Limmattal viele Ausflüge gemacht. Und jetzt steht das Limmattal für sie ­wieder im Fokus, wenn auch auf andere Art: Seit sieben ­Monaten arbeitet sie bei der ­Regionalen Projektschau Limmattal, kurz Regionale 2025, und zwar als Leiterin Kommunikation.

Dass sie sich für Kommunikation interessiert, habe sie bereits als Jugendliche gemerkt. «Während dem Gymnasium habe ich ein Praktikum bei einer Kommunikationsagentur gemacht», erzählt Bartholet. ­Daraufhin war für sie klar, dass sie Kommunikation studieren will an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

«Vom Erdgas bis zum Frauenbier»

Nach ihrem dreijährigen Studium hat sie in einer Werbeagentur im Bereich Strategie gearbeitet und dadurch Einblicke in viele verschiedene Themen gewonnen – «vom Erdgas bis zum Frauenbier», fasst Bartholet zusammen. Doch langfristig konnte sie sich nicht vorstellen, in dieser Branche zu bleiben. Sie fand, es gebe zu wenig Berührungspunkte mit Menschen und die Arbeit sei zu wenig sinnstiftend. Also bewarb sie sich 2013 auf eine Stellenausschreibung bei der Stadtpolizei Zürich. «Die breit gefächerten Anforderungen vom körperlichem Einsatz, über Schiesstraining bis hin zum Wissen über unser Justizsystem, Psychologie und Kommunikation sprachen mich sehr an.»

Bartholet absolvierte die Polizeischule und arbeitete einige Zeit lang als Streifenpolizistin: «Ich habe in den Abgrund der Gesellschaft gesehen und hatte viele berührende Momente mit Menschen – aber auch anstrengende und anspruchsvolle», fasst die Mutter einer zweijährigen Tochter zusammen. Die niederschwellige Art, mit Menschen aus allen sozialen Schichten in Kontakt zu treten, schätzte sie. Da ihr die Tätigkeit in der Kommunikation fehlte, wechselte sie danach in die Kommunikationsabteilung der Stadtpolizei Zürich. Dort war sie federführend bei einem neuen Imagefilm und verantwortlich für die Recruiting-Kampagne «Mach Zürich zu deinem ­Revier».

Nun macht Bartholet das Limmattal zu ihrem Revier, nachdem sie eine neue berufliche Herausforderung gesucht hat. Seit September 2020 arbeitet bei der Regionale 2025. «Ich freute mich darauf, kreativ zu sein und die vielseitigen Projekte im Limmattal kommunikativ zu unterstützen.»

In ihrer Freizeit arbeitet sie an einem Blumen-Start-up

Kreativ ist Bartholet auch in ihrer Freizeit: Anfang 2018 gründete sie nebenberuflich das Startup «Fleuraissance», das eigene Schnittblumen ansät und aufzieht. In ihrem Garten führt sie Workshops durch und die Blumen verkauft sie auf Bestellung als einzelne Sträusse oder für Hochzeiten. Der Schwerpunkt liege dabei auf den so­genannten Slow Flowers, also regionaler und saisonaler ­Blumenkunst ohne Pestizide.

Idyllisch ist nicht nur ihr Garten in Zürich Seebach, wo derzeit Schnittblumen in ­aller Farbenpracht blühen. Überraschend idyllisch findet Bartholet auch den Dorfkern von Spreitenbach, nachdem sie diesen nun auch noch ­kennengelernt hat: «Bevor ich meine neue Tätigkeit bei der ­Regionale 2025 aufnahm, macht ich eine Wanderung durch Spreitenbach – abseits des Einkaufszentrums Shoppi Tivoli und der Industriezone.»

Die Region habe viele ­Schätze zu bieten, die es zu ­entdecken gelte, ist sich Bartholet nun bewusst. Besonders ­begeistert ist sie vom Kulturzentrum Gleis 21 im Dietiker ­Altbergquartier. Zwar steht auch dort Corona zurzeit vielen im Weg. Aber für Bartholet ist jetzt schon klar: Der Mix ­zwischen Flohmarkt, Freiraum, Konzerten und Arbeitsort mit Verpflegungsmöglichkeit gefällt ihr. «Hiervon könnte sich Zürich eine Scheibe abschneiden», sagt sie. Auch den nahegelegenen Rapidplatz mit seiner gross­städtischen Architektur, der in Dietikon ­immer wieder für ­Diskussionen sorgt, findet sie sehr interessant. Bei der Regionale 2025 schätzt sie die ­Freiheit, die sich ergibt, wenn man in einem kleinen Team arbeitet. Und: «Ich finde es schön, dass wir alle mit Herzblut dabei sind.»