Bergdietikon

Mehr Ruhe auf dem Friedhof gefordert: Gemeinde plant Umgestaltungen

Derzeit wird die Bergstrasse in Bergdietikon saniert. Bald könnte auch der Friedhof umgestaltet werden.

Derzeit wird die Bergstrasse in Bergdietikon saniert. Bald könnte auch der Friedhof umgestaltet werden.

Die Gemeinde will den Friedhof neu gestalten. Das soll weniger Strassenlärm und neue Bestattungsformen ermöglichen. Wie genau die Ruhe wieder hergestellt werden soll, ist jedoch noch ungewiss. Eine Lärmschutzwand wird ausgeschlossen.

Besucht man den Friedhof Bergdietikon, wird die besinnliche Stimmung durch den Lärm vorbeifahrender Autos und rollender Bagger gestört. Besonders bei Beerdigungen ist diese Geräuschkulisse unpassend. Die Lage des Friedhofs an der viel befahrenen Kantonsstrasse ist zwar gesetzt. Die Gemeinde Bergdietikon ist sich der Lärmproblematik aber bewusst. Und will nun eine Lösung für die Lärmbelastung finden. Denn die Friedhofsbesucher wünschen sich Ruhe.

Die Idee einer Lärmschutzwand wurde aber vorerst aus ästhetischen Gründen verworfen, als die aktuelle Sanierung der Bergstrasse zwischen der Ortsgrenze zu Dietikon und dem Volg Bergdietikon geplant wurde.

Die unbefriedigende Lärmsituation auf dem Friedhof trifft auf andere Bedürfnisse der Einwohnerschaft Bergdietikons. Laut Gemeindeschreiber Patrick Geissmann hat sich die Bestattungskultur in den letzten Jahren stark verändert: Die traditionellen Bestattungsformen der Urnengräber und Erdbestattungen in Reihengräbern sind für die Angehörigen mit Aufwand verbunden. Alternative Grabformen, welche den Angehörigen einen Grabbesuch ermöglichen, aber keine regelmässige Grabpflege erfordern, kann der Friedhof Bergdietikon zurzeit nur beschränkt anbieten. Nämlich mit dem Gemeinschaftsgrab.

Die Angehörigen von Verstorbenen haben ihre Wünsche verschiedentlich gegenüber den Seelsorgern und dem Bestattungsamt geäussert. Um den Bedürfnissen der Angehörigen entgegenzukommen, sind heute weitere Bestattungsmöglichkeiten gefragt. Im Zuge einer Umgestaltung des Bergdietiker Friedhofs sollen das Lärmproblem gelöst und die Wünsche nach neuen Beisetzungsmöglichkeiten umgesetzt werden. Neu sollen etwa «halbanonyme Gräber» angeboten werden: Diese sind, so Geissmann, nicht so anonym wie ein Gemeinschaftsgrab, die Pflege ist aber auch nicht so aufwendig wie beim traditionellen Reihengrab.

Masterplan wird erstellt

Auch gestalterische Massnahmen könnten bei dieser Gelegenheit in die Planung einfliessen: Der Fussweg durch den Friedhof, der das Restaurant Bergli mit dem Schlittental verbindet, wird möglicherweise aufgewertet. Ebenso könnte der Friedhofplatz mit einer Weiheranlage oder einem Brunnen ausgestattet werden. Die attraktivere Gestaltung soll aus dem Friedhof einen Begegnungsort schaffen.

Im Bergdietiker Budget 2019 sind für die Planung der Umgestaltung 30 000 Franken eingesetzt. Der Gemeinderat von Bergdietikon hat jetzt die SKK Landschaftsarchitekten mit den Planungsarbeiten beauftragt. Diese Wettinger Firma ist auf Friedhofsplanung spezialisiert. Sie hatte bereits bei der letzten Friedhofsumgestaltung im Jahr 1994 die Planung gemacht.

Die Kosten für die Planungsarbeiten belaufen sich auf rund 25 500 Franken. Zu diesem Preis wird bis Ende dieses Jahres ein Masterplan für die mögliche Umgestaltung des Friedhofs erstellt. Zum Zeitplan äussert sich Gemeindeschreiber Geissmann folgendermassen: «Der Masterplan soll aufzeigen, was für Möglichkeiten ins Auge gefasst werden könnten und mit welchen Kosten zu rechnen ist.»

In der Folge werden die vorgeschlagenen Massnahmen beurteilt und einzelne Teilprojekte in die Finanzplanung der Gemeinde aufgenommen. «Wir wollen nicht einfach so einzelne Gestaltungsmassnahmen umsetzen, sondern stets die Sicht auf das grosse Ganze haben. Der nun entstehende Masterplan wird garantieren, dass jedes Teilprojekt im Gesamtkontext gesehen wird», sagt Gemeindeschreiber Geissmann.

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