Schlieren

Ist die Zeit des Münzklaubens nach Dietikon auch in Schlieren bald vorbei?

In Dietikon – hier zum Beispiel bei der Stadthalle – kann man die Parkuhren seit 2018 digital bezahlen.

In Dietikon – hier zum Beispiel bei der Stadthalle – kann man die Parkuhren seit 2018 digital bezahlen.

Der SVP-Gemeinderat Hans-Ulrich Etter fordert die digitale Bezahlung der Parkuhren in Schlieren mit einem Vorstoss.

Es ist ärgerlich für Autofahrer: Da will man an der Parkuhr ein exaktes Zeitfenster bezahlen, hat aber nicht das passende Münz dabei. Seit einiger Zeit gibt es mit digitalen Bezahlungsformen eine Alternative zu dem herkömmlichen Münzsystem. In Schlieren wurde diese Bezahlart bei den öffentlichen Parkuhren jedoch noch nicht umgesetzt, wobei eine Einführung durchaus erwünscht ist, wie ein Vorstoss von Schlieremer Gemeinderat Hans-Ulrich Etter (SVP) zeigt. Er gelangte nun mit diesem konkreten Anliegen an den Stadtrat Schlieren.
Im Vorstoss fragt Etter an, wann eine Einführung in Schlieren anstehe und ob überhaupt eine Umstellung geplant sei. «Ich habe den Vorstoss gebracht, weil es mir ein persönliches Anliegen ist und ich es gut fände, wenn die digitale Form auch in Schlieren eingeführt wird. Wo auch immer es möglich ist, bin ich auf digitalem Weg unterwegs und die Bezahlfunktion via App habe ich schon in vielen Städten ausprobiert; es hat mir das Parkieren erleichtert», sagt er. Er habe zudem schon oft erlebt, wie mühsam es sein könne, stets das richtige Kleingeld für die grauen Parkuhren mitzuführen.

Zudem betont er einen weiteren Vorteil der digitalen Bezahlungsstrategie: «Mit der App kann ich ganz einfach die Zeit einstellen und wenn ich statt den erwarteten drei Stunden nach einer Stunde zurück bin, dann kann ich die Parkzeit wieder abbrechen.» Mit dieser flexiblen Anpassung bezahle man auch nicht unnötig Geld, wenn ein Aufenthalt mal kürzer dauere.
Deshalb gehöre diese neue Bezahlform für ihn auch klar zur Entwicklung einer modernen Stadt dazu.

Bereits an vielen Orten in der Schweiz ermöglichen Apps, wie beispielsweise Twint oder Parkingpay, diese neue Handhabung. Auch global agieren verschiedene Firmen in diese Richtung und bieten unkomplizierte Lösungen an. So etwa die Easypark-App, die in mehreren Ländern einsetzbar ist.

Auch Parkkarten werden vermehrt digitalisiert

Vor gut einem Jahr hat auch die Stadt Dietikon ein neues digitales System bei allen 47 öffentlichen Parkuhren eingeführt. Mit Erfolg, wie Sicherheitsvorsteher Heinz Illi (EVP) sagt: «Ich habe seit der Einführung noch gar nichts Negatives gehört. Im Gegenteil, es funktioniert alles bestens.» So habe auch die Zusammenarbeit mit der Dietiker Firma Digitalparking AG von Beginn an einwandfrei funktioniert.

Aber nicht nur Parkuhren, sondern auch Parkkarten können digitalisiert werden. Im Frühling gab Illi im Parlament bekannt, dass Dietikon digitale Parkkarten einzuführen gedenkt. Noch müsse man sich aber bis Januar 2020 gedulden, wie Illi sagt: «Die Hinterlegung aller Daten, die es für die Umsetzung braucht, ist bereits abgeschlossen, aber solche Vorhaben benötigen Zeit, besonders weil viele von der Erneuerung betroffen sind.» Für ihn sei es sehr wichtig, dass Massnahmen umgesetzt werden, die von den Leuten gewünscht werden. Aber es müsse immer nach einer guten Lösung für alle gesucht werden. «Es wird deshalb auch weiterhin die physische Parkkarte geben, die am Schalter bezogen werden kann.» Die Digitalisierung werde aber auch den Aufwand im Büro entlasten.

Erst im September gab die Gemeinde Oberengstringen bekannt, dass sie auch die Parkkarten mit einem digitalen System modernisieren will. Und auch Oberengstringen hat sich hierfür für die Zusammenarbeit mit dem Dietiker Unternehmen Digitalparking AG, das früher Taxomex AG hiess, entschieden.

Auch Parkkarten zu digitalisieren, ist für den Schlieremer Gemeinderat Hans-Ulrich Etter hingegen noch kein Anliegen. «Für mich sind die Parkuhren wichtig, die städtischen Parkkarten zu digitalisieren ist ein anderes Thema», sagt er. So seien die Parkkarten generell ein heisses Eisen und für die Umsetzung der digitalen Strategie brauche es in Schlieren zuerst eine zufriedenstellende Parkplatzverordnung. Es gab schon mehrere grosse Diskussionen darüber, wobei es zu keiner Einigung zwischen Parlament und Stadtrat kam. Hier brauche es deshalb zuerst eine stabile Basis, bevor in der Zukunft auch über die Digitalisierung von Parkkarten diskutiert werden könne.

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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