In Urdorf haben national bekannte Sportler wie Dean Kukan, Alina Pätz und Marco Schönbächler in jungen Jahren ihr Handwerk erlernt. Das Dorf ist bekannt für seine Sportaffinität, doch schon seit vielen Jahren sind die beschränkten Trainings-Kapazitäten ein grosses Thema. So wird etwa die Kunsteisbahn jeweils im Sommer zum Fussballplatz mit Kunstrasen umgebaut, um die Engpässe etwas auszugleichen.

Deutlich Abhilfe schaffen könnte die Einzelinitiative «Mehr Fussball-Trainings und Spielmöglichkeiten, mehr Sporthallen-Kapazitäten für Vereine». Gestern gab der Gemeinderat bekannt, dass er den Vorstoss an seiner letzten Sitzung für gültig erklärt hat und der Gemeindeversammlung am 12. Juni zur Annahme empfiehlt. Die Initiative ist sehr offen formuliert. Sie verlangt vom Gemeinderat, in einer Vorlage aufzuzeigen, wie die Kapazitätsengpässe gelöst werden und gleichzeitig heute vom Fussball genutzte Hallenressourcen für andere Sportvereine freigegeben werden könnten. Dahinter stehen Vertreter des FC Urdorfs.

«Wir sind jetzt schon voll am Anschlag. Zum Teil trainieren bis zu fünf Juniorenmannschaften auf dem gleichen Platz», sagt Clubpräsident René Janz. Der FC Urdorf sei sehr stark gewachsen, derzeit spielen rund 230 Junioren für den Verein. Jedes Jahr landen laut Janz 40 bis 50 neue Junioren auf der Warteliste. «Wir haben genug Funktionäre und Trainer, um zusätzliche Mannschaften ins Leben zu rufen». Auch Mädchenmannschaften könnten dank zusätzlicher Kapazität zum Thema werden, so Janz. Regelmässig erhalte der Verein diesbezüglich Anfragen.

So warb der FC Urdorf 2007 für einen Kunstrasen. An der Urne sagten 1442 Urdorfer Ja und 1934 Nein.

  

«Der Gemeinderat hat das Platzproblem der Sportvereine erkannt», sagt Leiter Stab Patrick Müller. Die Empfehlung zur Annahme sei im Gemeinderat nicht kontrovers diskutiert worden, weil die Initiative dem gemeinderätlichen Leitbild «Urdorf 2030» (Limmattaler Zeitung von gestern) entspreche. In diesem anerkennt die Gemeinde beim Thema «Freizeit und Kultur» den Engpass in der Fussball- und Vereinsinfrastruktur. Daraus wird folgende geplante Massnahme abgeleitet: «Um mehr Turnhallenkapazitäten für die Vereine zu erhalten, unterstützen wir die Umwandlung eines Fussballplatzes in einen Kunstrasenplatz.»

Vorschläge innert 18 Monaten

«Sofern die Gemeindeversammlung die Initiative annimmt, dürfte der Gemeinderat eine Projektgruppe einberufen», so Müller. Diese hätte dann 18 Monate Zeit, um in einer Auslegeordnung konkrete Varianten inklusive Kosteneinschätzungen zu prüfen und in Form eines gemeinderätlichen Antrages der Gemeindeversammlung vorzulegen.

Die Umwandlung eines Rasenplatzes in einen Kunstrasenplatz würde weiterhelfen, weil die Trainings nicht mehr wetterabhängig wären und im Winter einige Hallenplätze für andere Vereine freigegeben werden könnten. Mit einem weiteren Kunstrasenplatz wären hingegen alle Kapazitätsprobleme behoben und der Club könnte noch mehr für die Integration der Dorfjugend unternehmen, so Janz. Die Initiative sei aber auch bewusst breit gefasst, denn alle Sportvereine sollen profitieren. «Ich bin überzeugt, diese Argumente kann man nicht einfach vom Tisch wischen. Deshalb bin ich verhalten optimistisch.» Zudem sei die Situation nicht vergleichbar mit 2007, als die Urdorfer Stimmberechtigten im Oktober einen Kunstrasen mit 57,3 Prozent ablehnten.