Schlieren

«Gewinn für die Bevölkerung»: Diese schaut sich den neuen Polizeiposten noch so gerne an

Die Kantonspolizei Zürich und die Stadtpolizei Schlieren/Urdorf betreiben nach 49 Jahren wieder einen gemeinsamen Polizeiposten

Martin Litscher, Chef der Regionalabteilung Limmattal/Albis der Kantonspolizei Zürich, blickte in ein bis auf den letzten Platz gefülltes Festzelt, als er die Bevölkerung und die Behördenvertreter zum Tag der offenen Tür des neuen Schlieremer Polizeipostens begrüsste. Im Erdgeschoss des Sennhofs, wo bis anhin schon die Kantonspolizei untergebracht war, ist neu auch die Stadtpolizei Schlieren/Urdorf zuhause. Litscher sprach seinen Polizistinnen und Polizisten einen grossen Dank aus. Diese arbeiteten zuletzt unter Baulärm. «Aber sie haben allen Widrigkeiten getrotzt», sagte Litscher.

Herausgekommen ist ein Polizeiposten, der am Samstag beim Tag der offenen Tür auf grosses Interesse stiess. Zahlreiche Limmattaler reihten sich in die Warteschlange ein, um den Polizeiposten zu besichtigen, der am 1. Januar in Betrieb ging (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die wichtigste Änderung findet sich gleich beim Eingang am neuen Schalter. Dort arbeiten jeweils ein Stadtpolizist und ein Kantonspolizist. Die Frage, welche Polizei für welches Anliegen zuständig ist, muss sich die Bevölkerung so nicht mehr stellen.

Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) erzählte in seiner Rede eine Anekdote aus der Zeit, als er als Lehrer im Massnahmenzentrum Uitikon arbeitete. Als er mit einigen Insassen unterwegs war, empfahlen sie ihm einen Schleichweg. So fuhr er über die Strasse zwischen Urdorf und Uitikon, die im Volksmund Ho-Chi-Minh-Pfad genannt wird. «Die Polizei entschied verhältnismässig und pragmatisch und ich durfte weiterfahren. Danke vielmals!», sagte Fehr.

Fest mit Feuerwehr und Harmonie

Fehr erklärte weiter, dass sich die Sicherheitsdirektion und die Kantonspolizei in Schlieren willkommen fühlen. Und sagte, dass in diesen Tagen die Sicherheit selten ein Thema sei im politischen Gespräch. Dies darum, «weil wir Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Gemeinde- und Kantonsangestellte haben, die alle zusammen für die Sicherheit sorgen, ohne die ein freiheitliches Leben nicht möglich ist. Dafür sind wir alle sehr dankbar. Danke an alle, die tagtäglich für die Bevölkerung für Sicherheit sorgen und die das mit einem riesigen Engagement tun», sagte Fehr. Ebenso dankte er ganz Schlieren dafür, dass die Stadt so schön feste. Zur gelungenen Feier gehörten auch die Klänge der Harmonie Schlieren sowie die von der Feuerwehr Schlieren betriebene Festwirtschaft.

«Wir wollen ansprechbar sein»

Thomas Würgler, Kommandant der Kantonspolizei, warf in seiner Ansprache die Frage auf, wieso es heute noch Polizeiposten brauche, wo doch die Polizei sehr mobil arbeite. Und lieferte sogleich die Antwort: «Wir wollen ansprechbar sein für die Bevölkerung.» Das Miteinander, das Zusammenwachsen der Kantonspolizei und der kommunalen Polizeien, sei elementar wichtig, so Würgler.

Auch äusserlich rücken die Korps zusammen. So wurde am Samstag auch die neue Uniform der Kantonspolizei und fast aller kommunalen Polizeien gezeigt. Auch in Schlieren werden die Hemden nun dunkelblau. Bisher waren sie wie bei anderen Korps hellblau, analog zu jenen der Stadtpolizei Zürich.

Der Schlieremer Sicherheitsvorsteher Pascal Leuchtmann (SP) betonte, dass man mit der nun erfolgten Polizeipostenfusion «endlich wieder» einen gemeinsamen Posten habe. «Die Älteren unter Ihnen erinnern sich: Zwischen 1961 und 1970 hatten die Kantonspolizei und die Stadtpolizei schon einmal einen gemeinsamen Posten an der Badenerstrasse. Danach wurden sie getrennt.»

Die Trennung habe sich jedoch nur räumlich vollzogen. «Denn seit jeher pflegten die Kantonspolizei und die Stadtpolizei ein gutes und kameradschaftliches Verhältnis», zitierte Leuchtmann aus der Festschrift zum 100-Jahr-Jubiläum der Stadtpolizei Schlieren, das Anfang September 1999 gefeiert wurde.

Leuchtmann sagte: «Die Polizeipostenfusion ist ein klarer Gewinn für die Bevölkerung.» Denn sie muss nicht mehr rätseln, wer zuständig ist. Aber auch für die Mannschaft sei es ein klarer Gewinn. Sie hat jetzt bessere Arbeitsbedingungen. Im Namen der Bevölkerung von Schlieren und Urdorf bedankte sich auch Leuchtmann bei den Polizistinnen und Polizisten für ihre wertvolle Arbeit.

Nach den Reden im vollen Festzelt wurde vor dem Polizeiposten das Band durchgeschnitten. Dann ging die Besichtigung los. Es gab eine lange Warteschlange, um sich etwa die Abstandszellen, Einzel- und Gemeinschaftsbüros, Sanitäranlagen, die Küche und den Pausenraum anzuschauen. In einem der Büros ist auch eine Diensthundeführerin der Kantonspolizei stationiert.

Aber nicht nur den Posten gab es zu bestaunen: Vor dem Stadthaus wurden Polizeiautos präsentiert und im Stadthaus konnten sich Kinder auf einem Polizei-Töff fotografieren lassen.

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