Geroldswil
Wegen zunehmendem Vandalismus und Littering – jetzt installiert die Gemeinde Überwachungskameras

Weil bereits getroffene Massnahmen wie Verbote und die mobile Jugendarbeit die Situation nicht verbessern, setzt der Geroldswiler Gemeinderat nun auf Videoüberwachung an drei Standorten.

Sibylle Egloff
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Ein häufiges Bild: Die WC-Anlage der Freizeitanlage Moos wurde Ende 2021 verwüstet. In den vergangenen zwei Jahren häuften sich Vandalismus-Vorfälle wie diese in Geroldswil.

Ein häufiges Bild: Die WC-Anlage der Freizeitanlage Moos wurde Ende 2021 verwüstet. In den vergangenen zwei Jahren häuften sich Vandalismus-Vorfälle wie diese in Geroldswil.

zvg/Gemeindepolizei Geroldswil

Die Gemeinde Geroldswil wird seit gut zwei Jahren wiederholt von Vandalen und Störenfrieden geplagt. Das Resultat: verwüstete Bushaltestellen, abgefackelte WCs, Sprayereien und Littering. Der Gemeinderat reagierte auf das Problem mit richterlichen Verboten, einem Rollgittertor im Parkhaus Huebegg, Plakat-Aktionen und der Einführung einer mobilen Jugendarbeit. Die Anstrengungen scheinen ihre Wirkung bisher jedoch verfehlt zu haben. «Wir verzeichneten sogar eine steigende Tendenz von Sachbeschädigungen und Littering in den vergangenen Wochen», sagt Gemeindeschreiber Gregor Jurt.

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat verfügt, dass auf dem Gemeindegebiet gezielt an bestimmten Standorten Überwachungskameras aufgestellt werden. Bereits im Dezember 2021 holte die Gemeinde sich das Einverständnis der Stimmbevölkerung. Die Gemeindeversammlung stimmte damals der Verordnung der Videoüberwachung zu.

Installation der Kameras kostet 40'000 Franken

Und so werden ab August bei der Wertstoffsammelstelle Giessacker im Bereich der Ein- und Ausfahrt, des Vorplatzes und der Kartoncontainer Kameras installiert. Videoüberwacht wird künftig auch der Eingang des WCs der Freizeitanlage Moos. Als drittes mit Kameras ausgerüstet wird zudem der Eingangsbereich der Toiletten der Freizeitanlage Werd. Die Installation der Kameras kostet die Gemeinde 40’000 Franken.

«Es ist bedauerlich, dass wir zu so restriktiven Massnahmen greifen und dafür Steuergelder ausgeben müssen», sagt Jurt. Dem Gemeinderat wäre es lieber gewesen, dem Übel mithilfe kommunikativer Mittel entgegenzutreten. Doch aufgrund der immer stärkeren Ausprägung dieses gesellschaftlichen Problems sollen nun auch Kameras zum Zuge kommen. Jurt sagt: «Schäden durch Vandalismus an öffentlicher Infrastruktur und mutwillige Verschmutzung des öffentlichen Grundes werden ausnahmslos zur Anzeige gebracht.» Er bittet um Mithilfe der Bevölkerung.

«Damit Geroldswil weiterhin attraktiv und sauber bleibt, sollen Beobachtungen und Hinweise der Gemeindepolizei gemeldet werden.»

Der Gemeinderat hofft, Vandalen und Umweltsünder mithilfe der Kameras abzuschrecken. Strafbare Handlungen sollen so verhindert werden. Überdies dient die Videoüberwachung der Polizei und den Untersuchungsbehörden zur Beweissicherung.

Sicherheitsfirma soll zusätzlich für Ordnung sorgen

Bis zur Montage der Kameras soll zudem eine Sicherheitsfirma die Gemeindepolizei unterstützen und am Freitag- und Samstagabend an neuralgischen Punkten wie dem Schulhausareal und dem Zentrumsbereich für Ruhe und Ordnung sorgen.

Wenn die getroffenen Massnahmen keine Wirkung zeigen, könne der Gemeinderat sich vorstellen, die Videoüberwachung auszuweiten und auch Kameras bei der Skateranlage bei der Freizeitanlage Werd oder bei der Grillstelle bei der Freizeitanlage im Moos einzurichten. Gemeindeschreiber Jurt betont: «Wir hoffen aber, dass es nicht so weit kommt.»