Weiningen

Gemeindeversammlung bewilligt Kauf des Postgebäudes

Das Postgebäude in Weiningen, als die Post noch in Betrieb war.

Die Gemeindeversammlung stimmte dem Kauf des Postgebäudes an der Regensdorferstrasse neben dem Spar zu. Es gab gerade mal eine Gegenstimme.

Seit vergangenem Samstag beherbergt das Weininger Postgebäude definitiv keine Post mehr. Da verabschiedete sich nämlich das Posthalter-Ehepaar Martin und Heidi Keller von der Gemeinde Weiningen, nachdem die Post die Weininger Postfiliale durch eine Postagentur im Spar ersetzte. An der gestrigen Gemeindeversammlung im Saal des Oberstufenschulhauses stand das Postgebäude erneut im Fokus.

Denn auf der Traktandenliste der ausserordentlichen Gemeindeversammlung stand der Kauf der Liegenschaft. Kostenpunkt: 1,9 Millionen Franken. Mit einer Gegenstimme – bei 70 anwesenden Stimmberechtigten – stellte sich die Gemeindeversammlung nach spannender Diskussion hinter die Pläne des Gemeinderats.

Vorsicht bei Investitionen gefordert

Thomas Mattle (SVP), der Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), hatte zuvor angemerkt, dass die RPK den Kauf unterstützt, dass es ihr aber zugleich wichtig ist, dass für die Zwischennutzung bis zum allfälligen Abriss des Gebäudes nicht zu viel Geld ausgegeben wird. Man müsse vorsichtig sein: «Die Restlaufzeit des Gebäudes wird kaum mehr 20 Jahre sein. Investitionen müsste man also sehr schnell wieder abschreiben.»

Finanzvorstand Rolf Bärenbold (FDP), der das Geschäft zuvor vorstellte, wies darauf hin, dass der Betrag von 1,9 Millionen Franken vernünftig sei und dem Verkehrswert entspreche. Der Kauf lasse der Gemeinde gewisse Möglichkeiten offen, um sich weiterzuentwickeln. Klar ist laut Bärenbold auch: «Das Haus ist keines, das vom Stil her in das Weininger Zentrum passt.»

«Strategisch wichtiger Ort»

Vorerst könnte es aber beispielsweise zusätzlichen Platz für die Gemeindeverwaltung bieten, die bekanntlicherweise im heutigen Gemeindehaus zu wenig Platz für ihre Bedürfnisse vorfindet. Auf diesen Umstand wies auch Bärenbold nochmals hin. Dem einzigen Gegner im Saal war mit diesem Argument aber nicht beizukommen. Er war vielmehr der Meinung, dass Gemeindeverwaltungen zu viel Platz brauchen würden. Woraufhin dann Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) das Wort ergriff und klar machte: «Es geht heute Abend um den Kauf und noch nicht um die künftige Verwendung.» Das Gebäude, so Haug, stehe an einem strategisch wichtigen Ort. Weiter wies er darauf hin, dass der Gemeinde bereits die Nachbarliegenschaft gehört, in der der Spar untergebracht ist.

Sodann war die Diskussion beendet und mit dem klaren Abstimmungsresultat zum Kauf des Postgebäudes endete die Gemeindeversammlung, die in 29 Minuten über die Bühne ging.

Protokoll-Regeln neu erlassen

Davor hatte die Versammlung auch abgestimmt über den Erlass von Formvorschriften bezüglich der Ausfertigung und Genehmigung von Gemeindeversammlungsprotokollen. Gemeindepräsident Haug stellte den Erlass genauer vor. Und fasste zusammen: «Das tönt alles sehr kompliziert, aber ist es eigentlich nicht. Es ist einfach die Fortsetzung davon, wie wir es bisher schon gemacht haben.» Am Ursprung des Erlasses steht letztlich das neue Zürcher Gemeindegesetz. Dieses gibt den Gemeinden mehr Spielraum bei ihren Protokollierungsregeln. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeindeversammlung nun die bisherige Weininger Praxis in einem Erlass schwarz auf weiss geregelt.

Weiter wurde ohne Gegenstimme dem Verzicht auf eine Neubewertung des Verwaltungsvermögens im Rahmen der Einführung des neuen Rechnungslegungsmodells HRM2 zugestimmt. So verhindert Weiningen Aufwertungen, die wieder teuer abgeschrieben werden müssten.

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