Finanzen

Dietikon will bessere Personalzufriedenheit – aber bei Kleinstpensen auf Pensionskasse verzichten

Bei der BVK sind insbesondere Betriebe aus den Branchen Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Transport und Verwaltung versichert. (Archivbild)

Bei der BVK sind insbesondere Betriebe aus den Branchen Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Transport und Verwaltung versichert. (Archivbild)

Grundsätzlich können auch Personen, die nur in einem kleinen Teilzeitpensum bei der Stadt Dietikon beschäftigt sind, in der zweiten Säule versichert werden. Doch für den Stadtrat rechnet sich dies eigentlich nicht, er lässt den Entscheid aber dennoch vorerst offen.

Grundsätzlich gilt landesweit, dass in der Pensionskasse automatisch nur versichert ist, wer bei einem Arbeitgeber jährlich mehr als 21'330 Franken verdient. Bei der BVK, bei der die Stadt Dietikon angeschlossen ist, lässt sich diese sogenannte Eintrittsschwelle aber auf 14'220 Franken senken.

Bei der BVK sind insbesondere Betriebe aus den Branchen Gesundheit, Bildung, Infrastruktur, Transport und Verwaltung versichert. Hier sei Teilzeitarbeit «gang und gäbe», schreibt die Pensionskasse auf ihren Websites. «Mehr als die Hälfte unserer Aktivversicherten sind in einer Teilzeitanstellung.» Damit auch Klein- und Kleinstpensen nicht unversichert blieben, biete die BVK die Option der tieferen Eintrittsschwelle an.

Ob die Stadt Dietikon diese Möglichkeit freiwillig schon genutzt habe, fragte Ernst Joss in seiner Anfrage kurz und bündig. Die Antwort des Stadtrates fällt ebenfalls relativ kurz, aber dennoch informativ aus: Abklärungen hätten ergeben, dass von einer Senkung des Mindestlohns auf 14220 Franken derzeit 41 Mitarbeitende – inklusive Lernende und Praktikanten – profitieren könnten. In diesem Lohnsegment würden aber viele Personen lediglich im Nebenerwerb für die Stadt Dietikon arbeiten und daneben andere Arbeitgeber haben. «Das bedeutet, dass sie bereits bei einer anderen Pensionskasse oder Auffangeinrichtung versichert sind.» Eine freiwillige zusätzliche Versicherung des Nebenerwerbs wäre bei der Pensionskasse BVK zwar grundsätzlich möglich. Voraussetzung sei aber, dass die Hauptpensionskasse der jeweiligen Mitarbeitenden dies auch zulasse. Dies müsste «in jedem einzelnen Fall individuell abgeklärt werden», schreibt der Stadtrat.

Würden alle 41 Personen ihren Nebenerwerb in der zweiten Säule versichern, müsste Dietikon jährlich Arbeitgeberbeiträge von rund 60'000 Franken zahlen. «Die individuellen Rentenleistungen der einzelnen zusatzversicherten Mitarbeitenden würden sich jedoch nur sehr geringfügig verbessern.» Eine freiwillige Senkung des BVK-Mindestlohns verursache also einen erheblichen Aufwand, ohne dass die Mitarbeitenden einen massgeblichen Mehrwert erhielten, bilanziert der Stadtrat.

Doch entschieden ist damit noch nichts. Denn die Stadt Dietikon will die Personalzufriedenheit verbessern. Zwei Arbeitsgruppen klären derzeit ab, welche Massnahmen ergriffen werden könnten. Die Reduktion der BVK-Eintrittsschwelle könnte dabei allenfalls zum Thema werden. 

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