Dietikon
Wie die Stadt Kehricht und Bioabfall bis 2031 pro Kopf um 20 Prozent reduzieren will

Mit dem neu verabschiedeten Abfallleitbild will der Dietiker Stadtrat die künftige Stossrichtung im kommunalen Abfallwesen vorgeben. Dieses basiert auf den Grundpfeilern von Abfallvermeidung und Wiederverwertung.

Florian Schmitz
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Mit der Teilnahme an Aktionen wie dem Clean-up-Day will der Dietiker Stadtrat die Bevölkerung für das Litteringproblem sensibilisieren.

Mit der Teilnahme an Aktionen wie dem Clean-up-Day will der Dietiker Stadtrat die Bevölkerung für das Litteringproblem sensibilisieren.

Archivbild: Carmen Frei

Achtlos liegengelassener Müll sorgt vielerorts für Frust und ein unschönes Ortsbild. Das Thema Abfall dreht sich in Dietikon aber nicht nur um mehr Sauberkeit und den Kampf gegen Littering. Die Stadt will bei der Entwicklung von der heutigen Abfallentsorgung zur künftigen Kreislaufwirtschaft eine aktive Rolle einnehmen. So baut die Limeco, die Betreiberin der Kehrichtverwertungsanlage im Industriegebiet Silbern, seit Jahren ihr Fernwärmenetz massiv aus und will mittelfristig zum CO2-neutralen Energiezentrum für die ganze Region werden. Und im Februar wurde der Förderverein Cleantech Hub Dietikon gegründet, mit dem die Stadt sich als Wirtschafts- und Technologiestandort für Umwelt, Energie und Kreislaufwirtschaft positionieren will.

Um den Weg in eine abfallärmere und nachhaltigere Zukunft aufzuzeigen, hat der Stadtrat nun ein Abfallleitbild verabschiedet, wie es in einer Mitteilung heisst. Im Rahmen der Legislaturziele 2018-2022 hatte der Stadtrat beschlossen, ein Abfallleitbild und eine Abfallstrategie zu erarbeiten, um die Stossrichtung im kommunalen Abfallwesen vorzugeben. Die Stadt verpflichtet sich dem Grundpfeiler, Abfall von vorneherein soweit wie möglich zu vermeiden. Und grundsätzlich soll so viel wie möglich wiederverwendet, recycelt oder verwertet werden.

Bis 2031 will die Stadt die Kehricht- und die Bioabfallmenge pro Kopf um 20 Prozent reduzieren und jährlich Rapport erstatten über die laufende Entwicklung. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Bevölkerung möglichst gut informiert und sensibilisiert werden. Neben den alltäglichen Bestandteilen wie dem Abfallkalender oder der Dietiker-App sollen auch Kampagnen wie jene gegen weggeworfene Zigistummel und Aktionen wie die Frühlingsputzete oder die Teilnahme am Clean-up-Day dem Thema zu mehr Präsenz verhelfen. Zudem will das städtische Abfallwesen die Schule beim Vermitteln von Abfall- und Recyclingthemen unterstützen.

Auch Bussen sollen helfen, Littering zu reduzieren

Weitere Möglichkeiten, die fachgerechte Abfallentsorgung zu fördern, sieht der Stadtrat in einer möglichst guten Infrastruktur, die sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren soll. Zudem strebt der Stadtrat beim Abfallwesen eine stärkere Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Körperschaften an. Dazu heisst es im Leitbild:

«Sozial ausgerichtete Organisationen werden einbezogen.»

Auch repressive Massnahmen sieht die Stadt vor. So will sie Verursachende von Littering und illegalen Ablagerungen identifizieren und büssen. Auch mit systematischen Kontrollen soll das Litteringproblem reduziert werden. Des Weiteren will die Stadt ökonomische Anreize schaffen, um Littering zu vermeiden und die Ökologisierung der Wertstoffketten zu fördern.

So soll das Abfallwesen den sich seit Kurzem im Aufbau befindlichen Cleantech Hub dabei unterstützen, Ideen und Entwicklungen aus dem Abfall- und Recycling-Sektor zu testen und weiterzuentwickeln. Zudem sollen nachhaltige Läden und Organisationen unterstützt werden wie Repair-Cafés, Unverpackt-Läden oder Flohmärkte.

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