Schlieren

Die Abstimmung rückt näher: Der FC Schlieren zeigt seine Garderoben

Ein Blick in die Garderoben, die im Jahr 2000 als Provisorium erstellt wurden.

Ein Blick in die Garderoben, die im Jahr 2000 als Provisorium erstellt wurden.

Der Verein will zeigen, dass ein neues Garderobengebäude dringend benötigt wird. Um auf sein Anliegen aufmerksam zu machen, öffnet er vor der Abstimmung die Garderobentüren.

Am Mittwochabend konnten Interessierte im Vorfeld der Abstimmung vom 29. November die Garderoben des FC Schlieren besuchen. Die Garderoben sind bereits in die Jahre gekommen und müssen ersetzt werden: Der ältere Teil stammt aus dem Jahr 1980, der neuere wurde 2000 als Provisorium erstellt. Ursprünglich hätte im September über den Kredit von 4,3 Millionen Franken für das neue Garderobengebäude abgestimmt werden sollen. Doch aufgrund der Coronapandemie kam es zu Verzögerungen und die Abstimmung musste verschoben werden.

Zuerst habe er die Verschiebung als Vorteil angesehen, sagt Co-Präsident Stefan Bolliger. Im Nachhinein wäre es aber besser gewesen, sie hätte früher stattgefunden. «Wir sind wieder eingeschränkt. Aber wir machen, was wir können», sagt auch Co-Präsident Marco Seifriz.

Eigentlich hätten die beiden Co-Präsidenten des FC Schlieren noch viel mehr Werbung machen wollen. Aufgrund der aktuellen Situation haben sie aber darauf verzichtet. «Wir müssen neu planen. Wir haben den Juniorinnen und Junioren nun auch gesagt, dass sie sich schonzuHauseumziehensollen. Der Vorführeffekt ist dadurch natürlich weg», sagt Bolliger. Er wolle aber keine Risiken eingehen, denn in den Garderoben herrscht Maskenpflicht. Seifriz hofft, dass einige Stimmbürger nächste Woche am 31. Oktober vorbeikommen. Dann herrscht auch Meisterschaftsbetrieb.

Veraltete Garderoben machen dem FC zu schaffen

Am Mittwochabend ist der Betrieb hingegen moderater. «Ich bin froh, dass alle noch trainieren kommen», sagt Bolliger. Neben dem Spielgelände führen er und Seifriz zuerst durch den älteren Teil der Garderoben. Den Duschen und Garderoben sieht man das Alter an. Seifriz zeigt auf den Boden: «Wir haben ihn letztes Jahr ausgebessert, aber lange hält das nicht.»

Das Provisorium gegenüber stammt aus dem Jahr 2000. Bolliger warnt beim Betreten des Vorderraums der Dusche: Der Boden gebe nach. Die Duschen haben neue Temperaturregulatoren erhalten, sonst ist die Anlage in die Jahre gekommen. Sie werde in absehbarer Zeit nicht mehr nutzbar sein. Die Garderoben des Provisoriums werden von den Damenmannschaften genutzt. «Wir erhalten viele Rückmeldungen der Frauen», sagt Bolliger und lässt ausser Zweifel, dass es keine positiven sind. «Die Garderoben eines Vereins sind doch auch eine Visitenkarte der Stadt», gibt er zu bedenken.

Der Kredit ist für viele zu hoch

Mit der Besichtigung der Garderoben möchten Seifriz und Bolliger Skeptiker überzeugen. «Ich hoffe, dass dadurch die Leute nicht nur auf die nackten Zahlen schauen», sagt Bolliger. Es seien schon einige Parlamentarier hier gewesen, um sich die Situation anzusehen. «Alle, die hier waren, finden, dass etwas gemacht werden muss.» Deshalb habe das Parlament dem Kredit auch so deutlich zugestimmt, glaubt Seifriz. Der Kredit wurde im Gemeindeparlament mit 26 zu 5 Stimmen bei 1 Enthaltung deutlich angenommen. Allerdings nicht ohne eine Diskussion über die Höhe des Kredits.

Manchen sind die Kosten zu hoch: Es gehe ja nicht nur um das Garderobengebäude, sondern auch um Leitungen und eine Solaranlage, die gebaut würden, entgegnen Bolliger und Seifriz. Das habe seinen Preis. Zudem werde mit einer neuen Garderobenanlage das Schulhaus Zelgli entlastet. «Wir haben jetzt sechs Garderoben. Das reicht nicht. Darum nutzen wir regelmässig vier Garderoben der Schule», sagt Seifriz. Diese Nutzung würde dann wegfallen.

Viel war geplant, vieles fällt nun aus

Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, wären eine Standaktion und Umzüge mit den Junioren geplant gewesen. «Wir werden nun versuchen, mit Stoffbannern und Ballonen für ein Ja zu den neuen Garderoben zu werben», sagt Seifriz. «Mundpropaganda finde ich aber am besten. Wenn es die Kinder an ihre Eltern weiterleiten und diese es dann in ihrem Umfeld verbreiten, hilft das viel.»

Bolliger erwähnt, dass viele der kritisch eingestellten Personen die Situation nicht gesehen hätten. Es sei wichtig, dass der Betrag und der Umstand, dass der FC Schlieren nicht auf Rosen gebettet sei, erklärt würden. «Wir hoffen, die Schlieremer Bevölkerung und die Skeptiker überzeugen zu können.»

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