Birmensdorf
Gemeindeschreiber Andreas Strahm hat gekündigt – und der Gemeinde stehen vielleicht weitere Änderungen bevor

Nach vier Jahren ist die Tätigkeit von Gemeindeschreiber Andreas Strahm per sofort beendet. Seine Stellvertreterin Céline Denzler übernimmt nun vorerst als Gemeindeschreiberin ad interim.

Virginia Kamm und David Egger
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Gehen fortan getrennte Wege: der Birmensdorfer Gemeindepräsident Bruno Knecht (parteilos) und der bisherige Birmensdorfer Gemeindeschreiber Andreas Strahm.

Gehen fortan getrennte Wege: der Birmensdorfer Gemeindepräsident Bruno Knecht (parteilos) und der bisherige Birmensdorfer Gemeindeschreiber Andreas Strahm.

Fabio Baranzini

Der Birmensdorfer Gemeindeschreiber Andreas Strahm hat nach vier Jahren gekündigt. «Diesem Schritt gingen intensive Diskussionen über die Art und Weise der Leitung der Gemeindeverwaltung voraus», heisst es in einer Mitteilung von Gemeindepräsident Bruno Knecht (parteilos). Strahm sei nun mit dem Gemeinderat «übereingekommen», seine Tätigkeit für die Gemeinde per sofort zu beenden.

Laut Gemeindepräsident Bruno Knecht habe es keine Unstimmigkeiten gegeben, die zum Grund für die getrennten Wege wurden. «Andreas Strahm wollte kürzertreten und keine Führungsfunktion mehr übernehmen», sagt Knecht. Strahm habe gemerkt, dass die Work-Life-Balance für ihn nicht mehr stimme. «Der Gemeinderat hatte Verständnis dafür», sagt Knecht. Doch es gab einen Haken.

«In Birmensdorf stehen einige grosse Projekte in den Startlöchern», erklärt Bruno Knecht. Er meint damit den allfälligen Zusammenschluss von der Primarschulgemeinde und der politischen Gemeinde, die Revision der Bau- und Zonenordnung und die neue Liegenschaftenstrategie. Diese Ziele wolle der Gemeinderat nun bewusst ausschliesslich mit externer Unterstützung erreichen. Knecht sagt:

«Wir mussten jetzt einen Schnitt mit Andreas Strahm machen, da eine Projektmitarbeit in gekündigtem Verhältnis keinen Sinn mehr gemacht hätte.»

Knecht sagt, es hätte sich nicht gelohnt, wenn Strahm weiterhin an den Projekten beteiligt gewesen wäre. Eine Beendigung der Zusammenarbeit per sofort habe strategisch mehr Sinn ergeben. Strahm habe diese Lösung «gerne so entgegengenommen», wie Knecht sagt.

Céline Denzler, bisher war sie Strahms Stellvertreterin, hat nun als Gemeindeschreiberin ad interim übernommen. Der Gemeinderat hat offenbar Vertrauen in sie. Das dürfte sie freuen. Laut Bruno Knecht ist es eine Option, dass Denzler nach einigen Monaten die Stelle als Gemeindeschreiberin definitiv übernimmt. Ob Denzler das will, ist noch offen. Der Weggang von Gemeindeschreiber Strahm könnte auch für Denzler plötzlich gekommen sein. Denzler wollte sich auf Anfrage der «Limmattaler Zeitung» nicht öffentlich zur Sache äussern.

Weitere Veränderungen im Gemeindehaus sind möglich

Vielleicht stehen dem Birmensdorfer Gemeindehaus noch weitere Veränderungen bevor: Gemeindepräsident Bruno Knecht sieht den Wechsel als Gelegenheit, im Führungsbereich der Gemeindeverwaltung grundsätzlich die Strukturen anzupassen. «Wir überlegen zurzeit, ob es sinnvoll ist, weiterhin einen Gemeindeschreiber und einen Stellvertreter zu haben», sagt er. Eine Möglichkeit sei, die Abteilungsleiter oder den Gemeinderat mehr einzubinden oder die Aufgaben auf Fachspezialisten zu verteilen.

Dass die Arbeit von Strahm als Gemeindeschreiber nun plötzlich geendet hat, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Gemeinderat zumindest nach aussen ein positives Fazit zieht. «Wir waren sehr froh um die vier Jahre mit Andreas Strahm», sagt Bruno Knecht. «Er hat aus einer klassischen Gemeindeverwaltung ein modernes, zukunftsorientiertes Unternehmen gemacht.» So habe er Abläufe reorganisiert, Abteilungen neu aufgestellt und eine neue Verwaltungssoftware eingeführt. Strahms berufliche Zukunft steht dem Vernehmen nach noch nicht fest.