Mordfall

Nach Tötungsversuch im Spital Uster: Ex-Pflegerin ersticht Seniorin in Deutschland

Eine Ex-Pflegerin des Spitals Uster soll vor 13 Jahren einem Patienten eine Überdosis Insulin verabreicht und dessen Tod riskiert haben. (Symbolbild)

Eine Ex-Pflegerin des Spitals Uster soll vor 13 Jahren einem Patienten eine Überdosis Insulin verabreicht und dessen Tod riskiert haben. (Symbolbild)

In Deutschland wurde eine ehemalige Pflegerin des Spitals Uster wegen Mordes verurteilt. Schon im Jahr 2006 war die damals 26-Jährige ins Visier der Zürcher Justiz geraten.

Die heute 38-jährige Deutsche soll einem Patienten im Spital Uster im Jahre 2006 eine Insulin-Überdosis verabreicht haben, obwohl dieser kein Diabetiker war. Der Mann überlebte diese dank sofort eingeleiteter Rettungsmassnahmen. Die Staatsanwaltschaft ging damals von einer «vorsätzlichen, eventuell fahrlässigen Tötung» aus. Die Ermittlungen führten ins Nichts, die Pflegerin wurde nach drei Wochen Gefängnis wieder entlassen und der Fall sistiert.

Nun nimmt dieser Fall jedoch eine unerwartete Wendung: Die Frau hat zusammen mit ihrem Ex-Freund in Deutschland eine Rentnerin in deren Wohnung erstochen. Das Landgericht Darmstadt verurteilte die 38-Jährige wegen Mordes zu lebenslanger Haft, wie Robert Hartmann, Oberstaatsanwalt aus Darmstadt, gegenüber «20 Minuten» mitteilt. Eine Revision gegen den Richterspruch sei inzwischen aufgehoben worden und das Urteil somit rechtskräftig. 

Schweizer Fall «noch nicht abgeschlossen»

Laut Hartmann befindet sich die Pflegerin derzeit im Gefängnis. «Die Ermittlungen zu dem Fall mit Bezug in die Schweiz sind noch nicht abgeschlossen», erklärt er der Zeitung. Sie könnten jedoch aufgrund des erforderlichen Rechtshilfeverkehrs in die Schweiz noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Wie lange, kann der Oberstaatsanwalt nicht sagen.

Wie «20 Minuten» schreibt, war die Frau wegen Depressionen und akuter Alkoholabhängigkeit in stationärer Therapie, wo sie ihren Freund kennenlernte. Nach der Entlassung habe sich das Paar Horrorofilmen und blutrünstigen Fernsehserien hingegeben, was es zur Tat motiviert habe. «Angeregt von romantisierten Vorstellungen über Serienmörder und die Fernsehsendung ‹Killer-Paare› haben die beiden Beschuldigten gemeinschaftlich aus Habgier gehandelt und zudem die Arg- und Wehrlosigkeit der 81-Jährigen ausgenutzt», schulssfolgerte der vorsitzende Richter an der Verhandlung. (sho) 

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