Limmattal

Mindestens 21 Limmattaler Schüler mussten zum Schulstart in Rückreisequarantäne

Die Schule ist diese Woche im Limmattal gestartet – unter Einhaltung der Schutzmassnahmen. (Themenbild)

Die Schule ist diese Woche im Limmattal gestartet – unter Einhaltung der Schutzmassnahmen. (Themenbild)

Im Limmattal konnten einige Schüler am Montag nicht einfach ins neue Schuljahr starten – sie befanden sich immer noch in Rückreisequarantäne. In Dietikon waren es acht, in Schlieren elf und in Urdorf zwei Kinder.

Endlich Sommerferien, endlich mit der Familie wegfahren und aus der Schweiz wegkommen. Schliesslich wollen viele trotz Corona mal dem Alltag entfliehen. Dumm nur, wenn das Ferienland auf der Risikoliste landet und die Kinder am darauffolgenden Montag ihren ersten Schultag haben. Seit dieser Woche müssen auch Limmattaler Kinder wieder in die Schule. Aber einige mussten zum Schulstart wegen Corona zu Hause bleiben.

In Dietikon befinden sich zurzeit acht Kinder sowie zwei Lehrpersonen in Quarantäne, wie Katrin Spillmann, Leiterin Bildung ad interim der Schule Dietikon auf Anfrage sagt. Vor den Ferien wurden die Eltern über eine eventuelle Reise in ein Risikoland und die Konsequenzen informiert. Die Eltern mussten zum Ende der Sommerferien den Schulen melden, wenn sich ein Kind in Quarantäne befand. Die Kinder haben laut Spillmann nicht einfach unentschuldigte Absenzen erhalten, die Hausaufgaben werden ihnen elektronisch zugestellt.

Ansonsten verlaufe der Unterricht im neuen Schuljahr wie gewohnt nach Stundenplan, wenn auch unter Einhaltung gewisser Schutzmassnahmen, sagt Spillmann. Weiterhin ist Händewaschen ein fester Teil im Alltags der Kinder. Eine Maskenpflicht gibt es für sie aber nicht. Einzig erwachsene Personen müssen in den Schulgebäuden eine Maske tragen, wenn sie den Mindestabstand nicht einhalten können.
Ist es pädagogisch nötig, dass die Kinder die Gesichter der Lehrpersonen sehen, werden Plexiglasscheiben verwendet, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Das ist in Dietikon ausschliesslich in der Logopädie der Fall. Nicht überall in der Schweiz durften Eltern zum Schulstart ihre Kinder zur Schule bringen. Aber in Dietikon war dies kein Problem, wenn auch unter Einhaltung des Mindestabstandes.

In Schlieren befanden sich zum Schulbeginn 11 Kinder in Quarantäne, wie die Abteilungsleiterin Bildung und Jugend, Andrea Fus, sagt. Die aktuellen ­Coronainformationen wurden während den Sommerferien jeweils auf der Schulwebsite aufgeschaltet. «Die Lehrer haben die Informationen zusätzlich über bewährte Kanäle den Eltern zugeschickt. Also je nach Klasse noch über Whatsapp oder per Mail», sagt Fus.

Die Schutzmassnahmen seien anfangs eine Umstellung gewesen, aber die Schule mache das Beste daraus. Ansonsten haben sich die Schlieremer Schulkinder und Lehrpersonen laut Fus an die neuen Umstände gewöhnt. Schlieren regelt das Maskentragen gleich wie Dietikon. Wenn nötig werden ebenfalls Plexiglasscheiben verwendet, aber nicht nur in der Logopädie, sondern auch in anderen Fächern. Die ersten Schultage wurden je nach Schulhaus unterschiedlich geregelt: «Jede Schulleitung entschied selbstständig, da es von Schule zu Schule andere räumliche Gegebenheiten gibt. Ein Besuch der Eltern war aber überall möglich», sagt Fus.

Urdorfer Eltern loben Kommunikation der Schule

In Urdorf sehe es im Moment gut aus, Roger Schmidinger, Leiter Krisenstab in Urdorf. Nur zwei Kinder aus derselben Familie befinden sich in Quarantäne. Um während den Ferien den Informationsfluss zu gewährleisten, wurden die Eltern wöchentlich mit einem Mail-Newsletter auf dem Laufenden gehalten. «Das war für uns etwas total Neues. Aber es war nötig, da nur per Mail die benötigte Aktualität und Geschwindigkeit gegeben ist. Vor allem waren viele Familien nicht zu Hause. Ein Informationsfluss per Post wäre also nicht sinnvoll gewesen», sagt Schmidinger. Die Rückmeldungen der Eltern zur Informationspolitik sei durchgehend positiv gewesen.

Generell laufe der Schulbetrieb gut, wenn auch mit gewissen Einschränkungen wegen den Schutzmassnahmen. Wie in den anderen Gemeinden werden auch in Urdorf Plexiglasscheiben für gewisse Unterrichtsstunden verwendet und je nach Situation tragen die Lehrpersonen Masken. Primarschüler müssen Blätter beim Abgeben auf ein separates Pult legen, um den Abstand zum Lehrer zu gewährleisten. Sekundarschüler dürfen auf dem Pausenplatz keine Gruppen bilden. Die Eltern konnten ihre Kinder trotzdem am ersten Schultag zur Schule bringen und die neuen Lehrer kennen lernen, wenn auch mit Schutzmasken. Das habe gut funktioniert, sagt Schmidinger.

Fast 600 Zürcher Schüler befinden sich in Isolation

Im ganzen Kanton befinden sich Stand Mittwoch laut Bildungsdirektion Zürich rund 586 Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarstufe und Primarschule in Isolation. Die Anzahl der sich in Quarantäne befindenden Schüler melden die Schulen regelmässig der Bildungsdirektion. Genauere Angaben zur ­lokalen Häufung von Quarantänefällen könne diese aber nicht machen, denn aktuell würden die Zahlen noch nicht nach Bezirken oder Gemeinden aufgeteilt, heisst es auf Anfrage.

Insgesamt gehört die Ansteckungsrate im Bezirk Dietikon zu den höchsten im Kanton (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Vor allem in Dietikon, Schlieren und Urdorf werden überdurchschnittlich viele Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.

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