Der Kanton beabsichtigt im Zuge der Neugestaltung des besagten Knotens, die aufgrund des Baus der dritten Gubriströhre nötig wird, die Quartierstrasse zu schliessen. Die Anwohner sollen den Chübelacker ab 2021 nur noch über die Ifang- und Chalofenstrasse erreichen, da ihre Strasse dann nicht mehr an die Kreuzung am östlichen Ortseingang angebunden sein wird.

Seit fast einem Jahr kämpfen die Chübelacker-Bewohner gegen das Vorhaben des Kantons. Sie sprechen sich statt der geplanten Kreuzung mit Lichtsignalanlage für einen Kreisel aus, an den auch die Chübelackerstrasse angeschlossen ist. Die Anwohner befürchten nämlich, dass bei einer neuen Verkehrsführung im Quartier mehr Lärm und Abgase entstehen und dass die Sicherheit leidet, da die Quartierstrassen schmal und unübersichtlich sind.

«Beste mögliche Variante»

Die Einwände der Rekurrenten weist das kantonale Baurekursgericht nun zurück. «Die gewählte Gestaltung des Knotens sowie die Schliessung der Einmündung der Chübelackerstrasse in die Zürcherstrasse ist zweckmässig und stellt im Rahmen einer Interessenabwägung die beste mögliche Variante dar», heisst es im Entscheid.

Eine direkte Einbindung der Strasse würde die Umlaufzeit der Lichtsignale erweitern und dadurch die Leistungsfähigkeit der Umfahrungsstrasse einschränken, sodass der Verkehrsabfluss auf den Autobahnanschluss nicht mehr gewährleistet sei.

Das Baurekursgericht teilt die Meinung des Kantons bezüglich der von den Anwohnern priorisierten Kreisellösung. «Die Leistungsfähigkeit würde infrage gestellt und die beabsichtigte Busbevorzugung am Knoten wäre mit einem Kreisel nur schwer bis gar nicht zu erreichen.»

Die Bedenken betreffend der Sicherheit im Quartier hält das Gericht für unbegründet. «Entgegen der Darstellung der Rekurrierenden präsentieren sich die Verhältnisse überschaubar und übersichtlich. Entgegenkommende Verkehrsteilnehmer, auch Fussgänger, sind von Weitem zu erkennen.»

Der Entscheid des Baurekursgerichts stützt sich auch auf die Aussagen des Weininger Gemeinderats, der als Mitbeteiligter im Rekursverfahren aufgenommen wurde. So heisst es, dass dieser das ausgearbeitete Strassenprojekt begrüsse. Nach Ansicht des Gemeinderats nehme es gebührend Rücksicht auf die langjährigen verschiedenartigen Planungen der Gemeinde, entspräche dem kommunalen Verkehrsrichtplan und vermöge den Gesamtinteressen Weiningens am besten zu genügen.

Die Abfuhr des Baurekursgerichts trifft die Chübelacker-Bewohner hart. Bereits bei0 der Gemeinde blitzten sie mit ihrer Petition, die sie vergangenen Sommer einreichten, ab. «Wir fühlen uns ohnmächtig, übergangen, betrogen und nicht ernst genommen von den Volks- und Rechtsvertretern», sagt Rekurrent Heinrich Mühle. Alle ihre Einwände seien mit dem vorliegenden Entscheid weggeputzt worden. «Erhöhtes Gefahrenpotenzial für Kinder und Fussgänger übergehen die Baurekursrichter. Bedenken wegen möglicherweise blockierter Fluchtwege bei Bränden oder Rauchgasalarm im Tunnel bleiben unbeachtet.»

Die Sicherheitsbedürfnisse der Anwohner in Notfällen seien dem Baurekursgericht offensichtlich egal. Mühles Fazit: «Der Kanton sowie die Gemeinde wollen einfach ihr Projekt durchziehen.»

Noch diese Woche wollen die Rekurrenten zusammensitzen und das weitere Vorgehen besprechen. Bis zum 3. April können sie den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterziehen. Der Wille, sich gegen die Sackgasse zu wehren, scheint trotz der vielen Rückschläge nämlich noch nicht ganz gebrochen zu sein. So sagt Mühle zumindest: «Wir halten uns die Möglichkeit offen, an die nächste Instanz zu gelangen.»