Nächstes Jahr feiert die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihren 150. Geburtstag. Sie will deshalb 2020 eine ausserordentliche Jubiläumsdividende von 150 Millionen Franken an die Zürcher Bevölkerung ausrichten, wie sie Anfang Jahr bekannt gab. Der Betrag soll zu zwei Dritteln an den Kanton und einem Drittel an die Gemeinden gehen. Die ZKB erhofft sich, dass das Geld für Projekte verwendet wird, die in den ordentlichen Budgets der Gemeinden keinen Platz finden und die der Bevölkerung zugutekommen.

In Dietikon haben nun zwei Parlamentarier Vorstösse eingereicht, in denen sie Vorschläge machen, wie die Stadt das Geld – rund 900'000 Franken – verwenden soll. CVP-Gemeinderätin Maya Ritschard kann sich vorstellen, dass der Stadtrat und der Gemeinderat je über die Hälfte der Sonderdividende von rund 450'000 Franken verfügen.

«Im Gemeinderat wird der Betrag durch die Anzahl der Gemeinderatsmitglieder geteilt. Jede Partei verfügt dann über einen Betrag in Abhängigkeit zur Parteistärke und kann selbst entscheiden, wie dieser Betrag für die Bevölkerung eingesetzt werden soll», schreibt Ritschard in ihrer Kleinen Anfrage. Dabei könnten die Parteien auch andere Parteien oder die Bevölkerung in den Entscheidungsprozess mit einbeziehen.

In eine andere Richtung zielt das Postulat von SP-Gemeinderat Johannes Küng. Er schlägt vor, die Bevölkerung in einem partizipativen Prozess über die Verwendung der Jubiläumsdividende entscheiden zu lassen. «An solchen Projekten können idealerweise alle Bewohnerinnen und Bewohner einer politischen Gemeinde teilnehmen, auch jene ohne Stimmrecht und jene unter 18 Jahren.» Solche Prozesse würden die Partizipation der Bevölkerung an der Gestaltung der Gemeinde fördern und das Gefühl der Zugehörigkeit stärken. Die konkrete Umsetzung des Prozesses soll durch den Stadtrat definiert werden. «Er soll dabei aber darauf achten, dass ein möglichst nachhaltiger und inklusiver Prozess entsteht. Vorstellbar ist auch, dass das Geld in Tranchen verteilt über mehrere Jahre verwendet wird», so Küng.