Sie wirbeln von Stange zu Stange, halten sich nur mit zwei Fingern fest und fordern die Schwerkraft heraus. Was bei den Birmensdorfer «Bardogs» so einfach aussieht, ist das Ergebnis harter Arbeit. Dafür benötigen die Street-Workout-Begeisterten jedoch nichts weiter als ihr eigenes Körpergewicht sowie ein paar Pfosten und Stangen. Seit dieser Woche können die «Bardogs» sogar auf dem Schulgelände der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch trainieren. Die neu eingeweihte Street-Workout-Anlage zwischen Halfpipe und Schulpavillon ist jedoch nicht nur für Profis gedacht. «Das Ziel der Anlage ist es, eine gesunde Freizeitbeschäftigung zu fördern, die für alle zugänglich ist», sagt Schulpflegemitglied Denise Brunner anlässlich der Einweihungsfeier am Donnerstagabend.

Nach der Vorstellung der Anlage werden die Anwesenden gleich selbst ins Training eingeführt. Drei Instruktoren des Schweizer Vereins Street Workout zeigen unter der Leitung von Roman Rindisbacher, wie die Übungen mit dem eigenen Körpergewicht korrekt ausgeführt werden. Anschliessend führen die Instruktoren zusammen mit den Birmensdorfer «Bardogs» einige beeindruckende Tricks vor.

Anlage kostete 50'000 Franken

Die Bauarbeiten an der Street-Workout-Anlage liefen seit März 2019 und wurden vergangenen Montag fertiggestellt. Finanziert wurde das Projekt gemeinsam von der Sekundarschule und der Gemeinde – mit Unterstützung des Sportamts Zürich. Die Kosten belaufen sich auf rund 50'000 Franken. Das Hauswarts-Ehepaar Zbinden, das bereits die Skating-Anlage auf dem Schulgelände sauber hält, kümmert sich um den Unterhalt der neuen Anlage. Die Idee eines öffentlich zugänglichen Street-Workout-Parks brachte Annamarie Oesch, Sportlehrerin der Sekundarschule, im Jahr 2017 ins Spiel. Letzten Herbst wurde das Projekt von der Schulpflege aufgegriffen und schlussendlich in Zusammenarbeit mit dem Verein Street Workout realisiert.

Die erste Anlage des Vereins entstand 2012 in St. Gallen, mittlerweile hat das Team um Trainer Rindisbacher fast 50 Parks in der ganzen Schweiz errichtet. «Street Workout steht für Training mit dem eigenen Körpergewicht unter freiem Himmel», so Rindisbacher. Das Ziel sei es, möglichst viele Leute möglichst einfach zum Training zu motivieren. «Die Anlage ist für die breite Masse gedacht, nicht nur für die Profis. Deshalb ist sie etwas einfacher aufgebaut als unsere ersten Parks», sagt der Street-Workout-Instruktor. Da die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich ist, mussten beim Bau ausserdem einige Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigt werden. Damit keine kleinen Kinder hochklettern können, fehlen der Sprossenwand in der Mitte einige Sprossen.

Übungen per App erklärt

Rindisbacher ermutigt besonders Anfänger dazu, die Anlage einmal auszuprobieren. Niemand müsse sich schämen, weil er die Übungen noch nicht kann, denn jeder fange einmal bei Null an. Zudem bietet der Verein Street Workout eine App an, die mithilfe von Videos erklärt, wie die Übungen an den Stangen und Pfosten korrekt ausgeführt werden. Der Verein organisiert auch regelmässig Workshops an Schulen, um sowohl die Lehrpersonen als auch die Schüler in die Sportart einzuführen. Bei den jüngeren Besuchern der Einweihungsfeier kam die Street-Workout-Anlage jedenfalls gut an: Nach der Vorstellung der «Bardogs» kletterten gleich die ersten Mutigen auf die Monkey Bar, um sich wie ihre Vorbilder von Stange zu Stange zu hangeln.