Rangierbahnhof Limmattal

Elektro- oder Dieselantrieb? Diese neue Lok kann beides

Die Aem 940 eignet sich für Rangierarbeiten aber auch für die Instandhaltung des Schienennetzes.

47 Loks des Typs Aem 940 fahren neuerdings auf Schweizer Schienen. Fünf der neuen Loks werden im Rangierbahnhof Limmattal eingesetzt. Sie ersetzen eine Reihe an alten Rangierloks.

Vielseitig, nachhaltig und praktisch: So verkaufen die SBB ihre neue Rangierlok Aem 940. Die 47 Loks ersetzen eine Reihe älterer Modelle und sind für eine Vielzahl an Aufgaben vorgesehen. Gestern Morgen präsentierten die SBB am Rangierbahnhof Limmattal ihren neusten Zugang.

Zuständig für die Beschaffung der neuen Loks war Peter Schenker, Gesamtprojektleiter für neue Rangier- und Streckenlokomotiven und Baudiensttraktoren. 2013 begann er damit, die Aufgaben der SBB-Rangierloks der Zukunft zu definieren. «Die neue Flotte wird 40 Jahre lang im Einsatz sein. Wir mussten also herausfinden, mit welchen Herausforderungen diese Lokomotiven in Zukunft konfrontiert sein würden», sagt er. Die SBB entschieden sich schliesslich für die «Aem 940» von Alstom. Diese Lok deckte laut Schenker sämtliche Anforderungen ab und versprach vielseitige Einsatzmöglichkeiten.

Zwischen Strom- und Dieselantrieb umschaltbar

Zu betonen sei auch die Nachhaltigkeit dieses Modells, so Schenker. Er hebt insbesondere den Zweikraftantrieb hervor. «Die Aem 940 kann während der Fahrt von Diesel- auf Elektroantrieb umgeschaltet werden. So kann eine Menge Diesel gespart werden», erklärt er. Die «Aem 940» kommt nicht nur bei Rangierarbeiten zum Einsatz, sondern auch bei der Instandhaltung des Schienennetzes. Dank ihrer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h kann sie schnell an ihren Einsatzort gelangen. Die Bahnarbeiter dürften sich in der Sommerhitze besonders darüber freuen, dass die Führerkabine gekühlt werden kann.

Die Führerkabine ist mit einer Klimaanlage und neuesten Technologien ausgerüstet.

Die Führerkabine ist mit einer Klimaanlage und neuesten Technologien ausgerüstet.

Seit einigen Wochen fahren die neuen Loks auf dem Schweizer Schienennetz. Fünf befinden sich auf dem Rangierbahnhof in Lausanne, 37 sind für die Instandhaltung des Schienennetzes zuständig und weitere fünf sind auf dem Rangierbahnhof Limmattal im Einsatz.

Die alten Rangierloks sind häufig ausgefallen

Für Christine Godet, Leiterin des Rangierbahnhofs Limmattal, war die Anschaffung neuer Lokomotiven dringend notwendig: «Unsere alten Loks stammten teilweise noch aus den 1970er-Jahren. Mittlerweile sind diese alten Maschinen anfällig und unzuverlässig.» Immer häufiger seien sie ausgefallen. Und die Beschaffung von Ersatzteilen gestalte sich mittlerweile sehr schwierig.

Die «Aem 940» ist vielseitig einsetzbar.

Die «Aem 940» ist vielseitig einsetzbar.

Zurzeit befindet sich die «Aem 940» noch in der Testphase. «Bei uns sind die Rangierloks jeweils rund um die Uhr im Einsatz. Wir wollen sicher gehen, dass die neuen Loks dieser Aufgabe gewachsen sind», sagt Godet. Auch kleinere technische Anpassungen werden noch vorgenommen. So mussten beispielsweise die Übersichtskameras neu ausgerichtet werden, die dem Zugführer das Rangieren erleichtern sollen. «Ab und zu fallen uns kleine Dinge auf, die noch nicht optimal sind. Das gehört bei der Einführung einer neuen Lok allerdings dazu», sagt Schenker. Auf dem Rangierbahnhof Limmattal befinden sich deshalb auch Spezialisten von Alstom, sodass allfällige Probleme sofort behoben werden können. Mit der Einführung ist Schenker zufrieden: Insgesamt schlage sich die 84 Tonnen schwere Lokomotive gut.

Autor

Manuel Reisinger

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