Der Oberengstringer Gemeinderat hat in den nächsten Jahren viel vor. Bis zu den nächsten Wahlen im Jahr 2022 soll die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden. Auch die revidierte Bau- und Zonenordnung (BZO) wird die Gemeinde noch beschäftigen. Und die Vernetzung und der Austausch innerhalb des Dorfes und mit den umliegenden Gemeinden soll gefördert werden. Zudem wird auf die kommunale Energieplanung ein Schwerpunkt gelegt und das Thema Energie soll in allen Ressorts stärker verankert werden.

Dies und vieles mehr hat sich der Gemeinderat in seinem diese Woche veröffentlichten Leitbild für die Legislaturperiode von 2018 bis 2022 auf die Fahne geschrieben. Zu Beginn jeder Amtszeit prüft und überarbeitet der Gemeinderat die Legislaturziele der Gemeinde und leitet daraus konkrete Massnahmen ab, wie er im Leitbild beschreibt. Insgesamt 39 Ziele und genauso viele Massnahmen hat sich der Gemeinderat als Leitplanken für die Arbeit in den nächsten Jahren gesetzt. Unterteilt sind sie in neun Bereiche wie etwa Raumplanung, Schule, Gesellschaft, Finanzen oder Soziales und Gesundheit.

Die Digitalisierung beschäftigt die Gemeinde auf zwei Ebenen. Zunächst gehe es darum, die Verwaltung im Internet auszubauen. «Die Frage ist, wo wir den Einwohnern digitale Dienstleistungen zur Verfügung stellen können», sagt Gemeindepräsident André Bender (SVP). Aber dank Online-Vernetzung soll auch das Dorf näher zusammenrücken. Dafür wurde kürzlich die wie ein digitaler Dorfplatz funktionierende Vernetzungsplattform Crossiety lanciert.

Offen für Zusammenarbeit

Bei der neuen Bau- und Zonenordnung steht bald eine wichtige Entscheidung an. Im Februar 2018 verabschiedete der Zürcher Regierungsrat den Entwurf für ein Mehrwertausgleichsgesetz, das diesen Sommer im Kantonsrat behandelt und voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres in Kraft treten wird. Dieses hat wichtige Auswirkungen auf die BZO der Gemeinde, weil es die Mehrwertabgabe bei Auf- oder Umzonungen von Gebieten definiert. In den nächsten Wochen erwartet Bender den Vorprüfungsbericht der kantonalen Baudirektion zur revidierten BZO. Anschliessend will der Gemeinderat eine Auslegeordnung machen und entscheiden, ob er mit der Umsetzung der BZO auf das Mehrwertausgleichsgesetz warten will. Sonst müsste die BZO kurz nach Inkrafttreten erneut überarbeitet werden und bei Aufzonungen ohne Berücksichtigung des Mehrwertausgleichsgesetzes würde eine Mehrwertabschöpfung wegfallen.

Die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden bleibt für Oberengstringen auch relevant. «Es ist wichtig, immer wieder zu überprüfen, wo eine Kooperation Sinn macht und wo nicht», sagt Bender. Früher oder später komme man nicht darum, gewisse Dienstleistungen zusammenzulegen. Dies ist seit Anfang Jahr etwa beim Schulpsychologischen Dienst und der Feuerwehr der Fall. Vonseiten der Polizei rechtes Limmattal – die in Weiningen, Unterengstringen und Oetwil tätig ist – würden noch dieses Jahr Gespräche über eine allfällige Zusammenarbeit mit Oberengstringen aufgenommen, so Bender.

Dorfplatz wird umgestaltet

Auch die Gestaltung des Dorfplatzes wird die Gemeinde in den nächsten Jahren beschäftigen. Der Gemeinderat hat für die geplante Umgestaltung ein Pflichtenheft erstellt. Voraussichtlich bis Frühling 2020 arbeiten Fachhochschüler aus Rapperswil darauf aufbauend 15 Vorschläge für konkrete Massnahmen aus. Ein weiteres Thema sind Tempo-30-Zonen im Sonnenbergquartier und im Bereich der Eggstrasse. Derzeit wartet der Gemeinderat auf die Resultate des in Auftrag gegebenen Gutachtens, um konkrete Entscheide zu fällen.

Zudem will der Gemeinderat stärker gegen Littering vorgehen und dafür Sanktionsmassnahmen festlegen und durchsetzen. Nicht zuletzt prüft die Gemeinde auch eine Zertifizierung mit dem Energiestadtlabel. Ein Grund dafür ist, dass die Limeco bis 2021 ihre Fernwärmeversorgung in Oberengstringen ausbaut und deshalb alle öffentlichen Gebäude an das Wärmenetz angeschlossen werden könnten, sagt Bender. In der Legislaturperiode von 2010 bis 2014 wurde eine mögliche Zertifizierung noch verworfen, weil zu hohe Investitionen nötig gewesen seien.

Nicht nur die Politik wird Oberengstringen in den nächsten Jahren beschäftigen. Mit dem anstehenden 1150-Jahr-Jubiläum will die Gemeinde 2020 auch einen Fokus auf viele Festivitäten legen.